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SEC weitet Ermittlungen gegen Investment-Banken aus

26.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) will ihre Ermittlungen gegen die großen Investment-Banken ausweiten. “Die Arbeit der vergangenen Monate haben gezeigt, dass weiter gehende Untersuchungen erforderlich sind”, heißt es in einer Erklärung.

Bei ihren Ermittlungen arbeitet die SEC unter anderem mit der New Yorker Börse und dem New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer zusammen, der vor zwei Wochen einen schockierenden Bericht veröffentlicht hat. Demnach sollen Banken ihre Analysten- und Forschungsabteilungen nicht wie stets behauptet streng von ihrem Investment-Banking-Bereich getrennt und Aktionäre auf diese Weise bewusst getäuscht haben.

Konkrete Beweise, dass Analysten die Beurteilungen von Hightech-Firmen geschönt und die Anleger damit zum Aktienkauf verleitet haben, um anschließend die Provisionen zu kassieren, hat Spitzer eigenen Angaben zufolge gegen die Investment-Bank Merrill Lynch. Der Generalstaatsanwalt beruft sich dabei auf interne E-Mails, in denen sich Finanzexperten verächtlich über Aktien äußerten, zu denen sie offiziell Empfehlungen abgegeben hatten.

Auch J.P. Morgan, Credit Suisse First Boston und Robertson Stephens , die ebenfalls zu den Konsortialführern bei der Ausgabe von Technologie-Aktien während des Booms der New Economy zählten, sind ins Visier der SEC geraten. Jetzt müssen sich die anderen Geldhäuser an der Wallstreet ebenfalls auf umfassende Untersuchungen gefasst machen. (sp)