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Seagram fordert 450 Millionen Dollar Schadensersatz von MP3.com

06.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im laufenden Gerichtsverfahren über die Verletzung von Urheberrechten hat Seagram Universal Music Group von MP3.com Schadensersatzzahlungen in Höhe von 450 Millionen Dollar gefordert. Ein US-Gericht befand MP3.com bereits im Frühjahr dieses Jahres der Verletzung von Copyright-Gesetzen für schuldig. In dem für heute angesetzten Urteilsspruch soll nun entschieden werden, ob der Online-Musikhändler bei der Einrichtung seines "My.MP3.com"-Services vorsätzlich gegen geltendes Recht verstoßen habe. Danach wird auch das Strafmaß bemessen. Bei einem vorsätzlichen Gesetzesverstoß müsste MP3.com bis zu 150 000 Dollar für jede Copyright-Verletzung an Seagram zahlen. Sollten die Forderungen der Plattenindustrie vor Gericht Gehör finden, könnte dies das Ende für die Internet-Musik-Company

bedeuten, denn das Unternehmen muss bereits 150 Millionen Dollar an Entschädigungszahlungen und Lizenzgebühren in anderen Fällen leisten. Im Streit um die Verwertung von Online-Musik konnte MP3.com mit vier anderen Klägern, den Plattenfirmen Time Warner, Sony Music Entertainment, Bertelsmanns BMG Entertainment und EMI Recorded Music außergerichtliche Einigungen erzielen (Computerwoche.de berichtete).