Schwellenländer haben Chancen im DV-Export

11.08.1989

KIEL (vwd) - Die Chancen für den Aufbau von Computerindustrien in Schwellenländern untersuchen Uwe Corsepius und Alfred Schipke in einem Beitrag für die vom Institut für Weltwirtschaft, Kiel, herausgebene Halbjahresschrift "Die Weltwirtschaft". Sie weisen darauf hin, daß es Brasilien gelungen ist, durch Importverbote, Investitionsverbote für ausländische Unternehmen und Subventionen für inländische Produzenten eine im Vergleich zu anderen Schwellenländern große Computerindustrie mit breit gefächerter Produktpalette aufzubauen. Staatliche Subventionen und das Fehlen einer Konkurrenz aus dem Ausland hätten aber zur Ressourcenverschwendung bei der Computerproduktion durch zu kleine Losgrößen und hohe Ausschußquoten beigetragen.

Diese Verschwendung hat nach dem Beitrag ihren Niederschlag gefunden in Produktpreisen, die die Weltmarktpreise deutlich überstiegen. Dies habe den Export brasilianischer Computer erschwert und auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit anderer Zweige der brasilianischen Industrie beeinträchtigt. Die Erfahrungen Brasiliens sprächen insgesamt gegen den staatlich gelenkten Aufbau einer Computerindustrie in Schwellenländern. Dies bedeute aber nicht, daß dieser Produktionsbereich in diesen Ländern keine Chance habe. Hohe Exportquoten der Computerindustrie in Südkorea und Thailand deuteten auf eine internationale Wettbewerbsfähigkeit hin. Es gebe Produktionsbereiche, in denen sich Schwellenländer erfolgreich an der internationalen Arbeitsteilung beteiligen können.