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Schweizer Regierung bereitet Verkauf von Swisscom vor

24.11.2005
Die Schweizer Regierung will ihre Mehrheitsbeteiligung an dem Telekomkonzern Swisscom komplett abgeben.

Die Regierung bereite die Trennung vor, damit das Unternehmen mehr Handlungsfreiraum erhalte, teilte das Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am Donnerstag in Bern mit. Swisscom will das Auslandsgeschäft ausbauen, um den Rückgang im traditionellen Festnetzgeschäft aufzufangen. Um die Mehrheit an dem Schweizer Marktführer zu verkaufen, muss die Regierung nun die Gesetze ändern. "Das wird zwei bis drei Jahre dauern", sagte ein UVEK-Sprecher. Zudem sei eine Volksabstimmung erforderlich. Swisscom ist zu 66 Prozent im Besitz des Staates.

Die laufende Auslandsexpansion des Konzerns birgt nach Einschätzung des UVEK finanzielle Risiken, die nicht von der Regierung getragen werden sollten. Swisscom-Chef Jens Alder prüft derzeit eine Übernahme der irischen Eircom; zudem wird dem Konzern Interesse an KPN und TDC nachgesagt. Für die Expansion müsste die Gesellschaft laut Experten zweistellige Milliardenbeträge investieren und damit eine höhere Verschuldung riskieren.

Durch den geplanten Verkauf der Regierung erwartet Swisscom keinen Einfluss auf die operativen Aktivitäten. Der Anteil des Bundes habe keinen direkten Einfluss auf das Geschäft, sagte ein Konzernsprecher. (dpa/tc)