Firmenübernahme soll nationales Standbein sichern

Schweden kaufen sich im deutschen PPS-Markt ein

09.12.1998
MÜNCHEN (CW) - Das schwedische Softwarehaus IFS, Anbieter im Bereich Enterprise Resource Planning, übernimmt den PPS-Spezialisten GSB GmbH aus Erlangen.

GSB ist seit 15 Jahren in Deutschland tätig und hat das Produkt "GSB-iV" seitdem bei rund 400 mittelständischen Unternehmen eingeführt. Die ursprünglich für BS2000-Rechner entwickelte Software läuft inzwischen auf Unix und NT. Sie verfügt über Module für Logistik, PPS, Finanz- und Rechnungswesen sowie Personalwesen.

Damit deckt sich das Paket funktional weitgehend mit den "IFS-Applications" des neuen Besitzers. Was bei der international ausgelegten Software der Schweden noch hinzukommt, sind Features für Trendthemen wie Asset-Management (Instandhaltung) und ausgeprägte Verbindungen zur Engineering-Welt beziehungsweise zum Produktdaten-Management.

Das Interesse am Erlanger Produkt scheint sich deshalb auf das GSB-Modul für Personalwesen zu beschränken, das auf deutsche Verhältnisse zugeschnitten ist und sich für den hiesigen Markt besser eignet als das IFS-Pendant. Laut Frank Schiewer, Geschäftsführer der Aachener IFS GmbH, liegt die Betonung im Neugeschäft und Marketing jedoch klar auf der schwedischen Lösung. GSB-Bestandskunden will er allerdings nicht zum Umstieg drängen. Sicherheit soll hier das Versprechen bringen, das GSB-Produkt künftig nicht nur zu warten, sondern auch weiterzuentwickeln. Gleichwohl wird auf einen ab 1999 verfügbaren Migrationspfad hingewiesen.

Die Aachener IFS-Geschäftsstelle hatte bislang eher die Funktion eines Servicestützpunkts für einige schwedische Großkunden, die in Deutschland Niederlassungen unterhalten. Nun soll eine national weitgehend unabhängige Gesellschaft entstehen, die aufgrund der GSB-Übernahme auf Anhieb über eine 120köpfige Mannschaft mit Einführungs-Know-how im ERP-Umfeld verfügt und einen für 1998 erwarteten GSB-Umsatz von 23 Millionen Mark vorweisen kann. Die Strategie von Schiewer zielt auf ein Geschäft mit Gesamtlösungen, bei denen Lizenzen, Einführungsdienstleistungen und Support je ein Drittel des Umsatzes ausmachen.