Schwarze Löcher im Budget

02.09.2004
Von Christian Zillich
Viele IT-Projekte sprengen den vorab festgelegten Investitionsrahmen. Die Computerwoche erklärt die zehn wichtigsten Ursachen dafür und präsentiert Lösungsvorschläge.

Gopal Kapur, President des Center for Project Management im kaliforischen San Ramon, ist der Ansicht, dass 77 Prozent aller IT-Projekte nicht mit dem veranschlagten Budget auskommen. Seinen Untersuchungen zufolge wird der ursprüngliche Kostenrahmen durchschnittlich um 169 Prozent überschritten. Und die verbleibenden 23 Prozent der Projektleiter, die angeben, ohne Mehraufwand auszukommen, "nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau."

Möglicherweise sind diese Aussagen nicht eins zu eins auf die Situation in Deutschland übertragbar. Trotzdem lohnt ein Blick auf die Schwarzen Löcher im Projekt-Management und die Gegenmaßnahmen, die die US-Journalistin Mary Brandel gesammelt hat.

Problem: schleichende Erweiterung des Projektumfangs. Häufig neigen Projektbeteiligte dazu, nach dem Motto "wenn wir schon mal dabei sind" zusätzliche Anforderungen in den Projektkatalog aufzunehmen. Diese Vorgehensweise kann den Umfang des IT-Vorhabens schon in einer frühen Phase ernorm erweitern. Auch gut gemeinte, von den Programmierern eigenmächtig hinzugefügte Features und Funktionen verringern die Produktivität und erhöhen den Testaufwand. Dem Gründer und Chefwissenschaftler des Beratungsunternehmens Software Productivity Research, Capers Jones, zufolge wächst der Umfang auch bei gut geplanten IT-Projekten im Schnitt um zwei Prozent pro Monat.

 Lösung: Abhilfe schafft hier eine genaue Abgrenzung von Kernanforderungen, sinnvollen Features und "Nice-to-haves". Bei der Entwicklung des Prototypen sollten Projektleiter darauf achten, sich auf die Kernthemen zu konzentrieren. Notwendige oder gewünschte Ergänzungen können in spätere Versionen einfließen. Projektleiter mit Business-Background sollten hierfür eine IT-Vertrauensperson gewinnen, da sie die technische Komplexität und Abhängigkeiten allein nicht überblicken können.

Problem: überentwickelte GUIs.

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