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Schwaches IT-Alignment bremst deutsche Banken aus

14.07.2006
Die mangelnde Abstimmung zwischen IT- und Fachabteilungen verlangsamt die Anpassung von Geschäftsprozessen.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie des E-Finance Lab, einer gemeinsamen Forschungseinrichtung der Frankfurter Goethe-Universität und der Technischen Universität Darmstadt. "In der Zusammenarbeit zwischen IT- und Fachabteilung schlummert ein starkes Effizienzpotential", erklärte Wolfgang König, Chef des E-Finance-Lab. Das Problem der mangelnden Kommunikation werde durch die wachsende Bedeutung der IT in den Geschäftsprozessen der Banken besonders deutlich.

Die Finanzforscher befragten die 1020 größten deutschen Kreditinstitute zum Einsatz von IT- und Fachressourcen, die Rückläuferquote habe 13 Prozent betragen. Knapp zwei Drittel der Banken wollen der Studie zufolge die gegenseitige Beratung zwischen IT- und Fachbereichen verstärken. Die IT- oder die Geschäftsstrategie sei in vielen Fällen entweder gar nicht vorhanden oder nicht allen bekannt.

Diese Mängel behindern eine ständige Verbesserung der Kreditprozesse. So schätzen die Banken die Reaktion der IT-Abteilungen auf Änderungswünsche (Change Requests) kritisch ein: Für 61 Prozent der Prozessverantwortlichen dauert die Umsetzung der Requests viel zu lange, im Durchschnitt vergehen dabei mehr als 16 Wochen. Zwei Drittel der Prozessmanager bemängeln die fehlende Flexibilität der Technikkollegen.

Eine Ursache dafür dürfte mangelndes gegenseitiges Vertrauen sein, erläutern die Studienautoren. Nur 38 Prozent der Befragten erkennen eine Respekts- und Vertrauensbasis zwischen den beiden Geschäftsbereichen. Das führe nicht nur zu einer langsameren Umsetzung von Änderungen, sondern häufig auch dazu, dass Fachverantwortliche auf die Mitarbeit der IT-Abteilung gänzlich verzichten. (wh)