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Schwacher US-Börsenstart für Siemens

13.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - An ihrem ersten Tag an der New York Stock Exchange (NYSE) notierte die Siemens-Aktie zum Fixing um rund vier Prozent unterhalb des Ausgabepreises von 112,25 Dollar. Auch in Frankfurt sank das Papier um rund drei Euro auf 121 Euro. Analysten gehen aufgrund der derzeit schwierigen Marktlage nicht von kurzfristigen Kursgewinnen aus. Siemens will mit seinem US-Börsengang, in dessen Rahmen das Unternehmen Aktien als American Depository Receipts (Hinterlegungsscheine) ausgab, eine Akquisitionswährung für Übernahmen in den Vereinigten Staaten gewinnen. Der Münchner Elektronikkonzern ist das 14. deutsche Unternehmen, das an der NYSE gelistet ist.

Gleichzeitig zum US-Börsengang kündigte Siemens eine "US-Business-Initiative" an, in der es darum geht, alle US-Niederlassungen auf ihre Effizienz zu überprüfen und gegebenenfalls neu aufzustellen. Unternehmenschef Heinrich von Pierer räumte ein, dass bei der schnellen Expansion in Übersee eine Reihe von Fehlern begangen wurden: "Mit dem starken Wachstum hat die Profitabilität bislang nicht Schritt gehalten." Siemens USA hat im Fiskaljahr 1999/2000 lediglich ein ausgeglichenes operatives Ergebnis vorgelegt. Nur zirka 50 Prozent der Gesellschaften wie Osram, Medizintechnik und Energieerzeugung sind laut von Pierer gut ausgerichtet. Das Going Public der Kommunikationssparte Unisphere, deren Börsengang ursprünglich für die erste Hälfte des laufenden Jahres vorgesehen war, soll nun erst dann stattfinden, wenn der Markt sich wieder erholt hat.

Um den stärkeren US-Fokus zu untermauern, wird das Überseegeschäft zum 1. Oktober 2001 mit Klaus Kleinfeld einen neuen Chef erhalten. Der 43-jährige Manager hat drei Jahre Zeit, um den US-Umbau zu stemmen.