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Schwache Chip-Nachfrage belastet Taiwan Semiconductor

23.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) konnte seinen Gewinn im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich steigern: Der Nettoprofit legte um 156 Prozent auf 90,6 Millionen zu. Gleichzeitig steigerten die Taiwaner ihren Umsatz um 48 Prozent auf 1,14 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum vorangegangenen zweiten Quartal verbuchte der Konzern jedoch einen Rückgang der Einnahmen um zehn Prozent. Der Nettogewinn sank sogar um 66 Prozent. Auch die Analysten waren von dem aktuellen Ergebnis enttäuscht. Laut Umfrage von First Call/Thomson hatten sie einen deutlich höheren Profit von 175 Millionen Dollar erwartet.

TSMC-Chairman Morris Chang gab einen düsteren Ausblick für die nahe Zukunft. Er rechnet für das laufende vierte Quartal mit einem Rückgang der Lieferzahlen um mindestens zehn Prozent. Damit bleibe knapp die Hälfte der Produktion ungenutzt. Chang kündigte an, dass der Konzern in diesem Jahr statt der anvisierten 2,5 Milliarden nur 1,65 Milliarden Dollar für neue Fertigungsanlagen und -ausrüstung ausgeben wird. Im kommenden Jahr sollen die Investitionen wegen der schwachen Nachfrage zunächst weiter sinken. Der Chairman geht jedoch davon aus, dass sich sein Konzern im zweiten Quartal 2003 wieder erholen wird. Die Ergebnisse der Taiwaner werden wegen der breiten Produktpalette der von TMSC angefertigten Chips als Indikator für den Zustand der gesamten Elektronikindustrie gesehen.

Nach Schätzungen von Chang wird die Halbleiterindustrie in diesem Jahr lediglich einen Zuwachs von zwei bis vier Prozent verbuchen. In nächsten Jahr sollen die weltweiten Einnahmen der Branche jedoch um zehn bis 20 Prozent zulegen. (mb)