Es lebe die Kommunikation

Schöner arbeiten im Büro

30.06.2012
Neue Arbeitsplätze sind mehr als moderne Möbel und viel Licht. Die Unternehmenskultur müsse sich ändern, Hierarchien abgebaut werden. Die Atmosphäre müsse zur Kommunikation anregen. Zu dem Ergebnis kam eine Tagung in Berlin.

Wie müssen Büros und Arbeitsplätze in Zukunft aussehen, damit sie die Produktivität fördern? Antworten auf diese Frage suchte die Euroforum-Tagung "Future Workplace & Office" in Berlin. Konsens herrschte darüber, dass vor allem die Rahmenbedingungen stimmen und die Unternehmen flexibel und familienfreundlich sein müssen.

Wilhelm Bauer, Fraunhofer IAO: Arbeitsplätze müssen dem Individuum angepasst werden und nicht umgekehrt.
Wilhelm Bauer, Fraunhofer IAO: Arbeitsplätze müssen dem Individuum angepasst werden und nicht umgekehrt.
Foto: Karsten Häcker

"Jüngere Arbeitnehmer haben klare Vorstellungen über ihr Arbeitsleben: Sie wollen Social Media nutzen und von zu Hause oder unterwegs arbeiten", stellte Professor Wilhelm Bauer zur Eröffnung der Tagung fest. Der Leiter des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zitierte aus einer Microsoft-Studie: Flexibel wollen Arbeitnehmer sein, um Kinder und ältere Verwandte, aber auch um Haustiere zu versorgen. 85 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass eine gelebte Work-Life-Balance Statussymbol werde. Eine gute Arbeitsausstattung und -umgebung seien wichtige Faktor bei der Arbeitgeberwahl, so eine Umfrage der Jobbörse Stepstone. Bauer betonte, dass Arbeitsplätze dem Individuum angepasst werden müssten und nicht umgekehrt. Im Anschluss gaben Unternehmen wie Vodafone, Adidas oder Unilever Einblick in ihre Versuche, den idealen Arbeitsplatz zu schaffen, sei es durch einen Neubau oder durch ein flexibles Arbeitskonzept.

Vodafone fördert Home Office

Kommunikation zwischen Mitarbeitern fördern wollen moderne Bürokonzepte. Ein Sofa gehört auch dazu, wie im Vodafone-Campus in Düsseldorf.
Kommunikation zwischen Mitarbeitern fördern wollen moderne Bürokonzepte. Ein Sofa gehört auch dazu, wie im Vodafone-Campus in Düsseldorf.
Foto: Vodafone

Ulrich Kerber, der bislang den Campus-Neubau des TK-Anbieters Vodafone betreut hat, stellte das Arbeitsplatzkonzept "Walk the talk" vor. Das neue Campusgebäude in Düsseldorf, das im Dezember 2012 fertig sein wird, hat 18 Vollgeschosse auf einer Baugrundfläche von rund 85.000 Quadratmetern. Für 5500 Mitarbeiter stehen 4600 Arbeitsplätze zur Verfügung, da flexibles Arbeiten von zu Hause weiter ausgebaut werde, so Kerber.

Im neuen Vodafone-Campus in Düsseldorf gibt es viele Austauschmöglichkeiten.
Im neuen Vodafone-Campus in Düsseldorf gibt es viele Austauschmöglichkeiten.
Foto: Vodafone

'Zudem gibt es ein Mitarbeiterrestaurant mit 1.200 Sitzplätzen, Cafés und eine Sky Lounge, aber auch eine Kinderkrippe, ein medizinisches Center, einen Fitnessbereich, Copy Shops und eine Reinigung. Um der internationalen Belegschaft mit unterschiedlichen Religionen gerecht zu werden, wird ein Raum der Stille geschaffen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war laut Kerber, die Mitarbeiter früh in die Konzeption und Umsetzung einzubeziehen. So Konnten die Mitarbeiter in der Bauphase das Gebäude besichtigen, ein Film informierte über den Baufortschritt. Auch die IT-Ausstattung ist auf hohem Niveau geplant: LAN-Ports für alle Arbeitsplätze, 100 Prozent WLAN, LTE-Netzabdeckung, Voice over IP und Smartphones für alle.

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