Untersuchung stellt Umdenken bei Usern fest

Schluss mit der Kostenlos-Kultur

17.09.2015
Von 
Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT. Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Auch in Deutschland sind die Internetnutzer zunehmend bereit, für Medieninhalte zu bezahlen, Dies hat eine Studie herausgefunden.

Kürzlich erschien in der "Süddeutschen Zeitung" ein Artikel darüber, dass immer mehr Deutsche bereit sind, für ihren Medienkonsum im Internet zu bezahlen. Holger Schöpper, Regional Director CEU von Ooyala, kommentiert dies wie folgt: "Gerade in Deutschland kämpfen die Produzenten von Content seit Jahren mit dem Unwillen der Internetnutzer, für ihre Inhalte zu bezahlen. Stattdessen greifen viele auf illegale oder halblegale Angebote zurück - Stichwort Kostenloskultur."

Das Geld sitzt nicht locker: In der vergangenen Jahren mussten die Produzenten von Content mit dem Unwillen der Internetnutzer kämpfen, für Inhalte zu bezahlen.
Das Geld sitzt nicht locker: In der vergangenen Jahren mussten die Produzenten von Content mit dem Unwillen der Internetnutzer kämpfen, für Inhalte zu bezahlen.
Foto: grafikplusfoto - Fotolia.com

Für die Produzenten kann dies existenzbedrohend sein. Die steigenden Ausgaben der Deutschen für Medieninhalte online deuten nun darauf hin, dass hier ein Umdenken bei deutschen Internetnutzern stattfindet.

Streaming-Dienste als Verursacher

Ein Grund hierfür liegt sicherlich in dem stetig steigenden Angebot an kostenpflichtigen, legalen Streaming-Diensten für sämtliche Medienformen, während es früher nur wenige zahlungspflichtige Angebote gab. Um sich auf einem stärker fragmentierenden Markt durchsetzen zu können, müssen Streaming-Dienste den Konsumenten günstige Angebote mit ansprechenden Inhalten bieten.

Dies deckt sich auch mit einer australischen Studie, in der festgestellt wurde, dass Nutzer illegaler Streamingdienste durchaus bereit wären, für Inhalte zu bezahlen, vorausgesetzt, diese wären günstiger, würden mehr Content bieten, den die Konsumenten wirklich wollen und die Inhalte wären direkt nach ihrer Erstveröffentlichung verfügbar.

Die Anbieter von Bewegtbildinhalten sollten sich daher bewusst machen, dass ihre für Nutzer kostenpflichtigen Geschäftsmodelle nur dann erfolgreich sein können, wenn sie Premium-Content - also Content, der ansonsten nirgends erhältlich ist - zu einem guten Preis anbieten und den Betrachtern dabei eine positive Nutzererfahrung bieten. Wenn diese Punkte erfüllt sind, sind auch die Kunden in Deutschland dazu bereit, für Streaming-Dienste zu bezahlen.

Sozialer Vertrag

Auch gibt es zwischen den Anbietern von Online-Inhalten und den Betrachtern einen "sozialen Vertrag": Immer mehr Nutzer sehen heute ein, dass die Produktion qualitativ hochwertiger Inhalte bezahlt werden muss - ob durch ein Content-Abo oder durch Werbung. Nur so können Anbieter weiter die Inhalte produzieren, die die Nutzer wirklich sehen wollen. Dieser soziale Vertrag kann vonseiten der Produzenten allerdings auch nur eingehalten werden, wenn die Publisher Erwartungen, Handlungen und Preisbereitschaft der Nutzer kennen oder im Idealfall sogar prognostizieren können. Dazu müssen Anbieter die Erkenntnisse, die ihnen Big Data liefern, nutzen, um "Big Insights" daraus zu erhalten. Nur wenn sie die vorliegenden Daten richtig auswerten, können sie daraus die entsprechenden Schlüsse ziehen. Gerade in diesem Bereich besteht noch ein großes Verbesserungspotential bei den Produzenten."

Weitere Informationen und Kontakt: onechocolate communications, Melanie Grasser, Tel: 089 38889200, E-Mail: OoyalaGER@onechocolatecomms.de, Internet: www.ooyala.com