Der erste Eindruck zählt

Schau mir in die Augen, Kleiner

27.10.2021
Von Computerwoche Redaktion
Wir alle wissen: Auf die inneren Wert kommt es an. Aber wer gleich den ersten Auftritt versemmelt, bekommt oft gar nicht mehr die Chance, seine inneren Werte zu zeigen. Ein paar Tipps...

IT-Profis sind verwöhnt: Sie verdienen gutes Geld, werden von ihren Brötchengebern auf Händen getragen und machen beruflich auch noch das, was ihnen am meisten Spaß macht. Dieser Status macht sie in ihren Unternehmen nicht unbedingt beliebt, vor allem dann nicht, wenn sie auch noch ihre eigene (Fach-)Sprache sprechen und sich zudem durch bizarres Sozialverhalten abgrenzen.

Vergesst Authentizität: Wer ankommen will, muss lächeln, Augenkontakt halten - und eine Brille wäre auch nicht schlecht.
Vergesst Authentizität: Wer ankommen will, muss lächeln, Augenkontakt halten - und eine Brille wäre auch nicht schlecht.
Foto: CURAphotography - shutterstock.com

Manche IT-Profis finden es ganz okay, wenn Kolleginnen und Kollegen aus anderen Abteilungen einen Bogen um sie machen. Nicht selten fehlinterpretieren sie die Zurückhaltung der anderen als Respekt vor ihrer Intelligenz und ihrem Fachwissen. Dass aber gerade ITler oft unbewusst Signale aussenden, die andere auf Abstand halten, kommt ihnen selten in den Sinn.

Sympathisch oder nicht? - darüber entscheiden Kleinigkeiten

Im Umgang mit Menschen geht es um Kleinigkeiten, die darüber entscheiden, ob die eigene Persönlichkeit beim Gegenüber Interesse, Sympathie oder Abneigung weckt. Das beweisen unzählige Umfragen, eine aktuelle stammt von Lenstore, einem Online-Shop für Kontaktlinsen. Das Unternehmen hat 1000 Deutsche nach ihrer Meinung darüber befragt, welche Rolle der erste Eindruck im Job, beim privaten Kennenlernen oder in einem Vorstellungsgespräch spielt.

Demnach fallen den Menschen am Arbeitsplatz drei Dinge sofort auf, wenn sie jemandem begegnen: Hygiene/Körpergeruch (41 Prozent), das Aussehen (39 Prozent) und die Kleidung beziehungsweise der Stil (24 Prozent). Bei Treffen in einem sozialen Kontext werden ebenfalls sofort der Körpergeruch (40 Prozent), das Aussehen (36 Prozent) und - anders als am Arbeitsplatz - Hobbies und Interessen (27 Prozent) für ein schnelles Urteil herangezogen. Auch den romantischen Kontext wollen wir hier nicht verschweigen: Beim ersten Date ist mangelnde Hygiene/Körpergeruch der Killer schlechthin (48 Prozent), ebenso werden das Aussehen (46 Prozent) und das Alter (39 Prozent) sofort beurteilt.

Tatsächlich: Eine Brille signalisiert Intelligenz

Menschen bilden sich in Sekundenschnelle ein Urteil, wenn Sie jemanden kennenlernen. Tatsächlich glaubt ein Viertel der Befragten, dass Personen mit einer Brille intelligent wirken - kein günstiges Umfrageergebnis für einen Kontaktlinsen-Hersteller. Häufiges Lächeln, Augenkontakt und elegante Kleidung werden von jeweils 19 Prozent als Zeichen für Intelligenz erkannt. Eine schlechte Haltung, das Tragen von farbigen Kontaktlinsen, Piercings und Gesichtsbehaarung sind Faktoren, die Mitmenschen weniger intelligent erscheinen lassen.

Vertrauenswürdig wirken Menschen, die häufig lächeln (32 Prozent der Nennungen), Augenkontakt suchen (29 Prozent) und legere Kleidung tragen (17 Prozent). Und was wirkt nicht vertrauenswürdig? Menschen, die Augenkontakt vermeiden (28 Prozent), müffeln (24 Prozent) und kein Lächeln auf den Lippen haben (22 Prozent). Andere Faktoren, die dazu beitragen können, dass Ihnen jemand nicht vertraut, sind ein zu lockerer oder zu fester Händedruck, zu starkes Make-up und eine schlechte Haltung.

Kommen wir zum Faktor Kreativität: Wer tätowiert ist, gilt bei 24 Prozent der Befragten als kreativ, auch wer häufig lächelt (21 Prozent) und legere Kleidung trägt (19 Prozent). Dabei fällt auf, dass Frauen Menschen mit Tätowierungen (28 Prozent) oder Piercings (21 Prozent) eher für kreativ halten als es Männer tun würden (14/16 Prozent).

Erfolgsrezept: Augenkontakt, Lächeln und elegantes Outfit

Wann wirken Menschen selbstsicher? Wenn Sie Augenkontakt halten (30 Prozent), häufig lächeln (30 Prozent) und sich elegant kleiden (24 Prozent), konzedieren Ihnen ihre Mitmenschen ein großes Selbstvertrauen. Auf Augenkontakt und Lächeln legen Frauen etwas mehr wert als Männer. Außerdem auffällig: Unter den 35- bis 44-Jährigen hält ein Viertel der Befragten einen festen Händedruck für ein Anzeichen von Selbstvertrauen.

Kommen wir nun zu dem Thema, das alle interessieren dürfte: Es geht um Attraktivität. Was finden Menschen beim ersten Eindruck am attraktivsten? Häufiges Lächeln (38 Prozent), eine gute Haltung (37 Prozent), der Duft von Parfum oder Aftershave (31 Prozent), viel Augenkontakt und elegante Kleidung (je 28 Prozent) sowie ein muskulöser beziehungsweise sportlicher Körper (25 Prozent) kommen sehr gut an. Einen weniger günstigen ersten Eindruck machen Menschen mit einer schlechten Haltung, die nicht lächeln, den Augenkontakt meiden, zu dünn oder zu dick sind und einen laschen Händedruck haben.

Aus Sicht von Männern ist eine gute Haltung besonders wichtig (32 Prozent), gefolgt von häufigem Lächeln (29 Prozent). Frauen finden Lächeln (42 Prozent) am attraktivsten, jedoch sind auch eine gute Haltung (39 Prozent) und der Duft von Parfum oder Aftershave (36 Prozent) relevant.

Size doesn't matter

Kleine Zugabe: Körpergröße erscheint nur jungen Menschen (27 Prozent) zwischen 16 und 24 Jahren für den ersten Eindruck attraktiv. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil derer, die auf Körpergröße abfahren, stetig ab. Bei den über 55-Jährigen liegt er nur noch bei 16 Prozent.