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SBS bereitet Siemens Kopfzerbrechen

29.07.2004

Der Siemens-Konzern konnte in seinem dritten Geschäftsquartal 2003/04 (Ende: 30. Juni) Umsatz und Ergebnis deutlich steigern. Während die Mehrzahl der 13 Geschäftsbereiche zweistellige Zuwachsraten beim Ergebnis und eine höhere Rendite auswiesen, verzeichneten die Sparten Transportation Systems (TS) und Siemens Business Services (SBS) Verluste und einen Umsatzrückgang.

Als Grund für das schwache Abschneiden der IT-Servicetochter nannte der Münchner Konzern den starken Preisdruck in einem schwachen Markt, sowie Verzögerungen bei der "Umsetzung von Kapazitätsanpassungen", sprich Streichung von Stellen. Als Resultat verbuchte SBS im Berichtsquartal einen operativen Verlust von zwei Millionen Euro, verglichen mit einem Betriebsgewinn von 17 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz schrumpfte im Jahresvergleich um elf Prozent auf 1,14 Milliarden Euro, der Auftragseingang sank um sechs Prozent auf knapp 1,22 Milliarden Euro.

Eine vergleichsweise positive Entwicklung verzeichneten hingegen die anderen zwei IT-relevanten Bereiche, Information and Communication Networks (ICN) sowie Information and Communication Mobile (ICM): Die Netzwerksparte ICN erzielte einen operativen Profit von 51 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 125 Millionen Euro angefallen war. Der Umsatz ging im Jahresvergleich um ein Prozent auf nahezu 1,68 Milliarden Euro zurück. Bereinigt um Währungseffekte blieben die Einnahmen aber in etwa stabil, während der Auftragseingang mit 1,61 Milliarden Euro um acht (währungsbereinigt sieben) Prozent zurückging. Im Detail konnte dabei das Untersegment Carrier Networks und Services sein Betriebsergebnis von minus 128 Millionen auf plus 15 Millionen Euro verbessern. Der Umsatz stieg gleichzeitig mit 816 Millionen Euro leicht an. Das Geschäftsgebiet Enterprise Networks registrierte dagegen einen Rückgang der Einnahmen um vier Prozent auf 853 Millionen Euro, das

Betriebsergebnis sank von 62 Millionen auf 49 Millionen Euro.

Die Mobilfunksparte Information and Communication Mobile (ICM) konnte ihren Betriebsgewinn mit 64 Millionen Euro nahezu verdreifachen. Die Münchner profitierten dabei von dem Umsatzwachstum um 13 Prozent auf 2,245 Milliarden Euro sowie einer mit 2,6 Prozent deutlich verbesserten Ergebnismarge. Der Geschäftsbereich Mobiltelefone konnte seine Einnahmen von 922 Millionen auf 996 Millionen Euro steigern. Dabei kletterte die Anzahl der abgesetzten Handys gegenüber dem Vorjahresquartal von 8,1 Millionen auf 10,4 Millionen. Wegen des intensiven Wettbewerbs war jedoch der mittlere Handy-Verkaufspreis rückläufig, der Bereichsverlust weitete sich von 42 Millionen auf 88 Millionen Euro aus. Das Geschäftsgebiet Mobile Networks erhöhte seinen operativen Gewinn von 36 Millionen auf 133 Millionen Euro, gleichzeitig legten die Einnahmen von 968 Millionen auf 1,18 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang von ICM stieg dank eines großen Infrastrukturauftrags in Italien sowie der starken

Nachfrage nach Handys der neuen Modellreihe 65 um 23 Prozent auf 2,85 Milliarden Euro.

Summa summarum erwirtschaftete Siemens im Berichtsquartal 18,22 Milliarden Euro Umsatz, das entspricht einem Zuwachs um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettoprofit stieg um 29 Prozent auf 815 Millionen Euro oder 88 Cent pro Aktie, angetrieben vom Ergebnis der Bereiche. Der operative Profit erhöhte sich im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro und entsprach dabei den Prognosen der Analysten, während Umsatz und Nettoertrag sogar deutlich über den Markterwartungen ausfielen. Konzernchef Heinrich von Pierer zeigte sich zuversichtlich, die Ziele für das gesamte Geschäftsjahr 2003/04 übertreffen zu können. Gleichzeitig kündigte er an, der Konzern werde in den Bereichen zusätzliche operative Verbesserungen anstreben. (mb)