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SBC versucht Sterling Commerce loszuwerden

21.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - SBC will unbedingt seine nicht mehr länger als zum Kerngeschäft gehörig angesehene Softwaretochter Sterling Commerce loswerden. Laut "Bloomberg News" hat der zweitgrößte Anbieter von Ortsgesprächen in den USA dazu eine zweiwöchige Exklusivvereinbarung mit der Buyout-Firma Bain Capital getroffen, der Sterling bewerten und anschließend ein endgültiges Angebot vorlegen will. Zuvor hatten bereits Silver Lake Partners und Texas Pacific Group eine Milliarde Dollar geboten, das nötige Geld aber nicht zusammenbekommen. SBC hatte Sterling Commerce im vergangenen Juli angeboten und wollte ursprünglich 1,5 Milliarden Dollar erlösen.

Der texanische IT-Riese hatte den auf E-Business- und EDI-Software spezialisierten Anbieter im März 2000 auf dem Höhepunkt des Dotcom-Booms für 3,9 Milliarden Dollar gekauft. Im ersten Quartal musste SBC die Investition dann aufgrund des praktisch kollabierten Marktes um 1,8 Milliarden Dollar wertberichtigen. Sterling schreibt dem Vernehmen nach schwarze Zahlen und generiert positiven Cash Flow.

SBC ächzt wie fast alle Carrier unter einer hohen Schuldenlast und könnte das Geld aus dem Verkauf daher gut gebrauchen - eventuell auch, um weitere Zukäufe seiner Mobilfunktochter Cingular Wireless zu finanzieren. Weitere 2,2 Milliarden Dollar dürften demnächst aus dem Verkauf der 15-prozentigen Beteiligung an der französischen Cegetel in die Kassen fließen, um die gerade ein Bieterstreit zwischen Vodafone und Vivendi entbrannt ist. (tc)