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Saudiarabien verbietet Pokemon

28.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die oberste religiöse Instanz Saudiarabiens hat Pokemon-Spiele und -Karten des japanischen Herstellers Nintendo verboten. Nach Ansicht des Ausschusses für Wissenschaftliche Forschung und Islamisches Recht haben die Fabelwesen von den Gedanken der saudiarabischen Kindern Besitz ergriffen. Unter anderem zeigten die Videospiele und Karten den Davidstern, der mit dem internationalen Zionismus verbunden werde. Ein Nintendo-Sprecher wies unterdessen zurück, dass der Konzern seine Spielzeuge mit religiösen Symbolen versehe. Das islamische Rechtsgutachten (Fatwa) kritisiert außerdem die Eltern der Kinder, die ihre Sprösslinge beim Gebrauch der Spiele unterstützen. Saudiarabische Bürger, die künftig nicht von den Pokemon-Figuren ablassen, haben mit harten Strafen zu rechnen. So können etwa Geschäftsinhaber, die mit den Phantasiegeschöpfen werben, ihre Handelslizenz verlieren.