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SAPs Softwarearbeiten erregen öffentliches Aufsehen

08.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - SAP treibt mit Hochdruck die Rundumerneuerung seiner Kernprodukte voran, berichtet die "Financial Times Deutschland". 700 Entwickler unter der Leitung von Vorstandsmitglied Peter Zencke arbeiten den Angaben zufolge seit Juli 2002 im Projekt "Vienna" an einer Konzept-Software, die ähnlich wie Konzept-Autos in der Automobilindustrie die technische Basis liefern soll. Ziel sei es, Redundanzen in SAP-Anwendungen zu beheben, die Produktentwicklung zu optimieren und letztendlich sowohl den eigenen Entwicklungsaufwand als auch die laufenden Kosten bei SAP-Kunden zu reduzieren.

Die Nachricht ist nicht so neu, wie die Berichterstattung Glauben machen will. Nach Einschätzung von Rüdiger Spies, Vice President Enterprise Application bei der Meta Group in Ismaning bei München, handelt es sich um die Realisierung der bereits im Juni 2003 auf der Sapphire in Orlando angekündigten "Enterprise Services Architecture" (ESA), in deren Zentrum die "Netweaver"-Plattform steht.

Auf der Veranstaltung hatte Vorstandssprecher Henning Kagermann gefordert, dass Anwender ihre IT-Budgets künftig anders einsetzen müssten als bisher (Computerwoche online berichtete). Während bislang rund zehn Prozent in Innovation, 30 Prozent in die Konsolidierung und 60 Prozent in den laufenden Betrieb flössen, sollten künftig nur 40 Prozent für den laufenden Betrieb und 20 Prozent für die Konsolidierung aufgewendet werden. Das könne mit einer neuen Software-Architektur erreicht werden.

Einsparungen sollen sich durch die Auflösung der monolithischen Softwarestruktur der "MySAP Business Suite" ergeben. Komponenten sollen sich künftig modular in unterschiedlichen Anwendungen nutzen lassen. So könnte zum Beispiel ein Modul zur Rechnungslegung sowohl bei einem Telefondienstleister als auch bei einem Energieversorger zum Einsatz kommen. (lex)