SAP-Vorstand Agassi: "Websphere ist nur eine Softwaresammlung"

23.10.2006
Mit SAP-Vorstandsmitglied Shai Agassi sprach CW-Redakteur Frank Niemann über das "Ökosystem", das die Walldorfer rund um ihre "Enterprise SOA" anlegen.

CW: SAP spricht von einem Ökosystem, dass gemeinsam mit den Partnern entstehen soll. Partner hatten Sie bisher doch auch schon. Was ist neu?

AGASSI: Früher sind Partner quasi zufällig zu uns zugekommen. Heute haben wir Prozesse etabliert, um diese Firmen gezielter einzubinden.

CW: Partnerprogramme gibt es viele, auch von anderen Herstellern. Haben Sie zum Beispiel Microsofts Modell kopiert?

AGASSI: Nein. Es gibt zwar Leute, die meinen, unsere Entwickler-Community "SAP Developer Network" ("SDN") sei vergleichbar mit dem "Microsoft Developer Network" ("MSDN"). Dem ist aber nicht so.

CW: Wo liegt der Unterschied?

AGASSI: Über MSDN verteilt Microsoft Informationen an die Entwickler. SDN ist dagegen eine Plattform, auf der Softwarespezialisten, Partner und unabhängige Softwarehäuser sich untereinander austauschen. SAP hat sehr unterschiedliche Partner. Wir müssen ihnen verschiedene Angebote machen. Die unabhängigen Softwarehäuser etwa wollen stabile Schnittstellen, die wir mit den Enterprise Services liefern. Partner mit Industrie-Know-how binden wir gemeinsam mit Kunden über andere Communities, "Industry Value Networks", ein.

CW: SAP konkurriert mit seinem Ökosystem rund um Service-orientierte Architekturen mit Oracle, Microsoft, IBM und Bea Systems. Warin unterscheiden Sie sich von der Konkurrenz?

AGASSI: Wir sind die Besten.

CW: Aha. Geht´s etwas genauer?

AGASSI: Zunächst einmal gehen wir anders mit unseren Partnern um. Wir sind Oracles wichtigster Systemintegrator und wie behandeln die uns? Oracle hat seine wichtigsten Partner Peoplesoft und Siebel geschluckt. Und IBM verkauft "Websphere" als ein Produkt, doch im Grunde ist es eine Sammlung von vielen einzelnen Softwarebausteinen, deren Zahl durch Zukäufe ständig anwächst.

Inhalt dieses Artikels