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SAP übertrifft die eigene Prognose

23.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die SAP AG hat heute vorbörslich ihre Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtgeschäftsjahr 2001 vorgelegt. Im abschließenden Dreimonatszeitraum steigerten die Walldorfer den Umsatz nach 2,16 Milliarden Euro im Vorjahresquartal um sieben Prozent auf 2,32 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern sowie der Nettogewinn gingen im Jahresvergleich um jeweils 13 Prozent auf 509 und 319 Millionen Euro zurück. Die operative Marge fiel nach 31 Prozent im Vorjahresquartal auf 26 Prozent.

Eher erstaunlich ist die Tatsache, dass das Quartalswachstum in Europa mit sechs Prozent geringer ausfiel als in der früheren Sorgenregion Amerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum, wo SAP um jeweils acht Prozent zulegen konnte (in Amerika ohne Währungseinflüsse sogar um 13 Prozent). "Die Region Europa entwickelte sich solide wie erwartet, und in den USA wurden unsere Erwartungen übertroffen sowie Marktanteile hinzugewonnen", so Vorstandssprecher Henning Kagermann.

Der Produktumsatz stieg im vierten Quartal um lediglich fünf Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, die Lizenzeinnahmen gingen dabei sogar um zwei Prozent auf 1,03 Milliarden Euro zurück. Dafür erlöste SAP im Beratungsgeschäft elf Prozent mehr (572 Millionen Euro); die Schulungserlöse stiegen um ebenfalls fünf Prozent auf 117 Millionen Euro. Auf die spezifischen Softwarelösungen mySAP CRM und mySAP SCM entfielen im vierten Quartal nach Angaben des Herstellers 19 und 23 Prozent der gesamten Softwareerlöse (hier wurden Standalone-Produkte und anteilige Einnahmen aus Komplettlösungen zugrunde gelegt).

Im gesamten Jahr 2001 steigerte SAP seine Einnahmen um 17 Prozent auf 7,34 Milliarden Euro und übertraf damit die eigene Prognose von Anfang dieses Monats (Computerwoche online berichtete). Das Ergebnis der gewöhnlichen Betriebstätigkeit lag mit 1,31 Milliarden Euro um 63 Prozent über dem Vorjahreswert, allerdings stieg der Vorsteuergewinn nur um fünf Prozent auf 1,07 Milliarden Euro. Beim EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) legte der Konzern um 56 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu, das entspricht 22 Prozent vom Umsatz. Das Konzernergebnis beträgt 581 Euro oder 1,85 Euro pro Aktie und liegt damit um sechs Prozent unter dem Nettogewinn des Jahres 2000 (616 Millionen Euro/1,96 Euro je Anteilschein). Ohne die negativen Auswirkungen der 20-prozentigen Beteiligung an Commerce One sowie der Übernahme von Toptier läge der Profit pro Aktie bei 2,56 Euro und

damit um 26 Prozent über dem Vorjahreswert.

Regional betrachtet konnte SAP übers Jahr in EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) mit 23 Prozent Wachstum auf 3,8 Milliarden Euro am stärksten zulegen. In Amerika und im asiatisch-pazifischen Raum wuchsen die Walldorfer auf 2,7 Milliarden Euro (plus zwölf Prozent) und 841 Millionen Euro (plus neun Prozent) Umsatz. Produktseitig steuerten mySAP CRM und mySAP SCM im gesamten Geschäftsjahr 17 und 23 Prozent der Einnahmen bei (wie oben Standalone plus anteilige Umsätze aus Komplettlösungen). SAP sieht sich damit als weltweit führender Anbieter bei Supply-Chain-Management-Lösungen und auf einer "schnell wachsenden Nummer-2-Position im Markt für Customer-Relationship-Management-Softwarelösungen".

Der Ausblick des Konzerns auf das laufende Geschäftsjahr fiel ein wenig verhalten aus: 2002 werde wiederum ein herausforderndes Jahr sein; die Trends beim Kauf von Softwarelösungen blieben in dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld unbeständig. Insgesamt prognostiziert SAP ein Umsatzwachstum von rund 15 Prozent. Außerdem soll die Marge beim operativen Ergebnis von 20 Prozent im Jahr 2001 auf wenigstens 21 Prozent steigen. Sichtbar werden soll dies aber wohl erst im zweiten Halbjahr, wenn das Lizenzgeschäft wieder anzieht und die andauernden Maßnahmen zur Kostensenkung Wirkung zeigen. (tc)