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SAP-Trainingsmarkt wächst wieder

22.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine gemeinsame Studie von SAP Education und den Analysten von Pierre Audoin Consultants (PAC) zum SAP-Trainingsmarkt nennt folgende Gründe der positiven Entwicklung: Zum einen steigen die rein SAP-bezogenen Kurse, denn bei vielen Unternehmen steht noch das Upgrade auf Mysap ERP und die Einführung von SAP Netweaver aus. Zusätzlich erweitern viele Anwender ihre Lösungen und nutzen die SAP-Software auch als Plattform im ganzen Unternehmen. Zum anderen zeichnen sich wieder mehr Neueinstellungen von IT-Spezialisten ab - vor allem von Hochschulabsolventen, die ebenfalls in diesem Thema weitergebildet werden.

Am häufigsten entsteht der Bedarf nach SAP-Kursen durch neue Projekte. Es folgen Gründe wie der Wechsel von Mitarbeitern in neue Funktionen, die Neueinstellung von Beschäftigten oder die regelmäßige Fortbildung der Angestellten. Allerdings waren die befragten Unternehmen nur selten in der Lage, die genauen Schulungsaufwendungen - speziell im SAP-Umfeld - zu beziffern. Es mangelt immer noch an Transparenz, was vor dem Hintergrund des doch relativ hohen Anteils, den die SAP-Qualifizierungskosten an den gesamten SAP-Servicekosten haben (rund fünf bis zehn Prozent im Marktdurchschnitt), umso mehr erstaunt.

Neben dem nach wie vor stark verbreiteten Training im Klassenzimmer wurde in der Analyse auch die Entwicklung alternativer Ausbildungsmethoden wie Online-Training überprüft. Die meisten Anwender wollen E-Learning in Zukunft stärker forcieren und je nach Rolle des Auszubildenden (IT-Profi, Key User, Endbenutzer) den Anteil von heute drei bis acht Prozent auf zukünftig rund acht bis 14 Prozent steigern. Darin liegt zwar eine Verdoppelung, aber im Gegensatz zu früher scheint den Anwendern heute bewusst zu sein, dass sich E-Learning nur als komplementäre Qualifizierungsform eignet, wie der kleine angestrebte Anteil von bis höchstens 14 Prozent zeigt.

In Sachen Auftragsvergabe hat sich "hohe Qualität" des Schulungsanbieters als wichtigstes Kriterium herauskristallisiert. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Möglichkeit eines externen Anbieters, eine adäquate Schulungslogistik (Event-Management, Schulungssystemlandschaft, Schulungsräume) bereitstellen zu können, von untergeordneter Bedeutung ist. Bei umfangreichen Seminarprojekten kann sich aber gerade hier ein großer Kostenblock verbergen, den man nicht auf den ersten Blick erkennt - aus der Sicht von PAC ein weiteres Indiz dafür, dass die SAP-Qualifizierungskosten immer noch zu intransparent sind. (hk)