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SAP-Tochter In-Q-My bringt J2EE-Tool

21.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die im vergangenen Mai von der SAP AG übernommene Java-Softwareschmiede In-Q-My Technologies GmbH hat ein Tool vorgestellt, mit dem Entwickler Java-Unternehmensanwendungen testen, debuggen, updaten und upgraden können. Das "Deployment Tool" befindet sich ebenso im Betatest wie der J2EE-Application-Server der Company, bei der 120 von rund 150 Mitarbeitern Java-Experten sind. Es unterstützt Java 1.3 sowie verschiedene Implementierungs- oder Plattform-"Rollen", beispielsweise Bean Provider, Application Assembler oder Applications Deployer, zwischen denen Entwickler nahezu nahtlos hin- und herwechseln können.

Beobachter vermuten - obwohl die Walldorfer noch keine Entscheidung getroffen beziehungsweise veröffentlicht haben -, dass In-Q-Mys Appserver zur Infrastruktur-Basis für "SAP Workplace" und "SAP Webcontrol" erkoren werden soll. Allerdings ist der entsprechende Markt bereits dicht besetzt (vor allem von Bea und IBM mit 35 respektive 30 Prozent Marktanteil), so dass "Nachzügler" SAP es nicht leicht haben dürfte. In-Q-My will seine Kunden offenbar über Kampfpreise gewinnen - der Appserver wird mit knapp 700 Dollar pro CPU unvergleichlich preiswerter sein als die Produkte von Bea oder IBM. Dafür stellt er aber auch nur die nackte J2EE-Infrastruktur bereit und nicht die Fülle an Zusatz-Tools, die die Platzhirsche mitliefern.

Appserver und Deployment Tool (das mit jeder integrierten Java-Entwicklungsumgebung zusammenarbeitet) sollen noch vor Ende des Jahres auf den Markt kommen. Eine J2EE-Lizenz (Java 2 Enterprise Edition) hat In-Q-My kürzlich erworben, zurzeit laufen entsprechende Kompatibilitätstests. Diese sollen laut Managing Director Michael Schwandt Ende August abgeschlossen sein.