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SAP steigert Umsatz und operativen Gewinn stärker als erwartet

21.07.2005
SAP hat - auch wenn der Lizenzumsatz in Deutschland schwächelte - eine insgesamt gute Bilanz vorgelegt und will heuer 4500 Mitarbeiter neu einstellen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Europas größter Softwarehersteller SAP hat im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn zweistellig gesteigert und dabei die Erwartungen der Analysten übertroffen. Zudem bestätigte SAP die Prognosen für das laufende Jahr.

Der viel beachtete Lizenzumsatz sei in den drei Monaten bis Ende Juni von 497 Millionen Euro im Vorjahr um 16 Prozent auf 576 Millionen Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Walldorf mit. Von dpa-AFX befragte Experten hatten mit einem Anstieg auf 563 Millionen Euro gerechnet. 2005 geht SAP weiter von einem Lizenzumsatzplus zwischen zehn und zwölf Prozent aus. Einige Analysten hatten mit einer Anhebung der Prognosen gerechnet. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn sei von 428 Millionen Euro im Vorjahr auf 496 (Prognose: 475) Millionen Euro gestiegen.

Unter dem Strich verdiente der weltweit drittgrößte Softwarehersteller 289 Millionen Euro und damit 16 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Experten hatten hier mit einem Anstieg auf 293 Millionen Euro gerechnet. Der Gesamtumsatz legte um 13 Prozent auf 2,02 (Prognose: 1,95) Milliarden Euro zu. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie stieg von 0,87 Euro auf 1,01 Euro. Im laufenden Jahr geht SAP hier weiter von einem Anstieg auf 4,70 bis 4,80 (Vorjahr: 4,37 Euro) aus. Das Unternehmen bestätigte zudem die Prognose für die operative Proforma-Marge, die weiter zwischen null und 0,5 Prozentpunkten (2004: 27,8 Prozent) zulegen soll. Im zweiten Quartal stieg die operative Proforma-Marge um 0,60 Prozentpunkte auf 24,6 Prozent.

Der starke Anstieg beim Lizenzumsatz geht einmal mehr auf ein gutes Geschäft in den USA zurück. Hier legte der Verkauf von Softwarelizenzen, der ein wichtiger Indikator für die weitere Entwicklung des gesamten Umsatzes ist, um 24 Prozent auf 174 Millionen Euro zu. SAP konnte im vergangenen Quartal trotz der verstärkten Bemühungen Oracles, Kunden im Bereich betriebswirtschaftliche Anwendungssoftware für Unternehmen zu gewinnen, seine Marktführerschaft weiter ausbauen. Aber auch in der zuletzt schwächelnden Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) konnte SAP in den drei Monaten zum Juni den Softwareerlös fast zweistellig steigern. Hier stieg er um neun Prozent auf 289 Millionen Euro.

Im zweiten Quartal verlangsamte SAP das Tempo bei den Neueinstellungen etwas. Zwischen April und Juni baute das Unternehmen die Zahl der Mitarbeiter um 886 auf 34.095 aus. Im ersten Quartal hatte SAP 1.004 neue Mitarbeiter eingestellt. Zuletzt hatte es in Presseberichten geheißen, dass der weltweit drittgrößte Softwarehersteller im laufenden Jahr die Planzahl bei den Neueinstellungen von 3000 auf 4000 anheben wird. SAP-Chef Henning Kagermann hatte allerdings schon zuvor darauf hingewiesen, dass die Zahl 3.000 nicht in Stein gemeißelt sei.

Im ersten Halbjahr kaufte SAP 2,2 Millionen eigene Aktien im Wert von 276 Millionen Euro zurück. Wegen des weiter hohen Geldzuflusses aus dem operativen Geschäft will das Unternehmen weiter Aktienrückkäufe prüfen. (dpa/tc)