Mit Sybase-Technik

SAP richtig mobilisieren

26.04.2013
Von Ludwig Heinz

SAP baut Gateway

SAP arbeitet bereits seit einiger Zeit auch an einem eigenen Produkt, das unter dem Namen "Netweaver Gateway" eingeführt wurde. Liegt der Fokus bei Sybase auf dem Angebot eines Rundum-Sorglos-Pakets, bei dem alle Bereiche einer Anbindung mobiler Geräte abgedeckt werden, handelt es sich bei dem Netweaver Gateway um den Versuch, auch für Unternehmen und Entwickler, die sonst keine Berührungspunkte mit der SAP-Welt haben, deren Anbindung zu ermöglichen und den gesamten Generierungsprozess von Web-Services zu vereinfachen.

Der Gateway kann dabei sowohl stand alone als auch zusammen mit einem SAP-System als Add-on betrieben werden und ermöglicht in beiden Fällen, Web-Services über das Open Data Protocol (OData) zu generieren. Die Web-Services lassen sich aus BAPIs, RFCs oder auch Dynpros erzeugen oder auf Basis von Abap Objects entwickeln. Mit Hilfe von ebenfalls bereitgestellten Plugins für Xcode, Visual Studio oder Eclipse lassen sich die so erzeugten Services direkt in entsprechende Apps implementieren. In diesen Plugins wird neben einem Codegenerator, der aus einer Service-URL auch direkt entsprechenden Rahmencode generieren kann, auch eine spezielle Suchfunktion für SAP-Services mitgeliefert. Das ist besonders für Entwickler interessant, die wenig Erfahrung mit der Generierung von Services innerhalb der SAP-Welt mitbringen und einfach nur die SAP-Funktionen in ihren Apps nutzen wollen.

Neu ist die Nutzung der Rest-Technik (Representational State Tansfer) für die Übertragung der Daten. Bereits vor einiger Zeit hat sich SAP mit den auf der Soap-Technik basierenden "SAP Enterprise Services" für die Außenwelt geöffnet. Dabei liegt der Fokus auf der Anbindung von Fremdsystemen, um die Einbindung von SAP-Systemen in eine bestehende Systemlandschaft zu vereinfachen. Ein gravierender Nachteil von Soap ist aber der dabei generierte Overhead, der diese Technik im Hinblick auf die begrenzten Hardware- und Netzressourcen mobiler Geräte als nicht optimal ausweist.

Besser geeignet für die Anforderungen des Datentransfers auf mobile Endgeräte ist der Softwarearchitektur-Stil Rest. Er greift auf die Standard-HTTP-Operationen wie GET, POST, PUT und DELETE in Verbindung mit XML zurück und kann von allen Systemen, egal ob mobil oder stationär, problemlos konsumiert werden.

Der Vorteil des Gateways liegt in den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der erzeugten Web-Services. Ein hier publizierter Service kann via SUP von mobilen Endgeräten verwendet und zusätzlich ins firmeneigene Internet-Portal integriert werden. Ein Konkurrenzprodukt zu Sybase stellt SAPs Gateway damit nicht dar - vielmehr passt es in die neue Strategieausrichtung der SAP und ermöglicht die schnelle Bereitstellung von Services in Kombination mit der Entwicklung von mobilen Applikationen, die jedoch immer online sein müssen. Synchronisierungs- oder Management-Möglichkeiten für die Geräte wie bei Sybase fehlen im Gateway jedoch.

Für das Frontend hat SAP einen eigenen App-Store für mobile Anwendungen eingerichtet. Der Fokus liegt auf Business-Lösungen. Firmen können hier standardisierte Lösungen ohne eigene Entwicklungsaufwände erwerben und direkt in ihre ERP-Systeme integrieren.

Neben der Lösungspalette von SAP arbeiten auch einige SAP-Partner an eigenen mobilen Lösungen und bieten gerade für den Mittelstand und den entsprechenden Fokus auf spezialisierte Nutzungsanforderungen interessante Produkte, da sich mit etwas Entwicklungsaufwand auf dem "normalen" ERP bereits Rest-Services ohne den Einsatz des Gateways in Abap erzeugen lassen, was im Hinblick auf die Kosten einer Gateway-Einführung und -Nutzung durchaus von Vorteil sein kann.

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