Roadmap SAP User Inferfaces

SAP hübscht seine Benutzeroberflächen mit Fiori auf

01.08.2017
Von   
Michael Scheffler schreibt als SAP HCM Experte über die Möglichkeiten der SAP-Standardlösungen im personalwirtschaftlichen Bereich und setzt dabei den Fokus auf Talentmanagement. Er verfügt über mehr als 20 Jahre einschlägige IT- bzw. Branchenerfahrung und berät seine Kunden als Managing Consultant in den Bereichen HR/IT-Strategie, HR Digitalisierung, Technologie- und Architekturberatung sowie als Entwickler. Seit 2008 ist er Geschäftsführer der projekt0708 GmbH. Als Podcaster produziert / moderiert er das Format „HR/IT Talk“ und liefert in diesem Rahmen Expertenwissen für Personaler und SAP-Spezialisten.

Next Generation: SAP Fiori 2.0

SAP Fiori Launchpad (FLP) Homepage
SAP Fiori Launchpad (FLP) Homepage
Foto: Screenshot projekt0708 GmbH

In der aktuellen Version SAP Fiori 2.0 liefert SAP eine Reihe weiterer Verbesserungen aus. Dabei handelt es sich bei diesem Release nicht um eine neue Technologie sondern vielmehr um eine Weiterentwicklung bestehender Konzepte. Ein Großteil betrifft das SAP Fiori Launchpad, welches sich zunehmend zu einem "echten Workplace" entwickelt, der zum Beispiel auch Push-Nachrichten erlaubt. Das Ansichtsfenster ist nun dreigeteilt mit einer zentralen Übersichtsseite mit sämtlichen Anwendungen (Homepage) in der Mitte sowie einem personalisierbaren Bereich (Me Area) und einer Fläche mit aktuellen Mitteilungen (Notification Area).

Zwischen ihnen kann der User leicht hin- und her wechseln. Die Homepage führt auf eine Übersichtsseite, die alle Informationen bündelt, die für die Arbeit benötigt werden. Hier werden neben Informationen, Analysen und Statistiken auch offene Aufgaben angezeigt. All dies kann gefiltert und geordnet werden, um die Seite zu personalisieren. Auch auf benötigte Anwendungen kann der Nutzer von hier aus direkt zugreifen.

Die Me Area kann ebenfalls personalisiert und an die Bedürfnisse des Nutzers angepasst werden, zum Beispiel durch das Verschieben von Kacheln oder das Ändern von App-Einstellungen. Auch eine komfortable App-Suche steht an dieser Stelle zur Verfügung. In der Notification Area hat der User alle wichtigen Aufgaben stets im Blick. Hier gehen Push-Nachrichten ein, Mitteilungen erinnern ihn an wichtige To-Dos oder informieren über Ereignisse. Den Status seiner Nachrichten kann der User selbst verwalten, ebenso lassen sich die Mitteilungen nach Datum, Aufgabe oder Dringlichkeit filtern.

Die Bedürfnisse der Power-User im Blick

SAP möchte mit SAP Fiori 2.0 offensichtlich eine umfassende, integrierte Anwendung mit einheitlicher Oberfläche anbieten und somit den Bedürfnissen von Power-Usern stärker gerecht werden. Auf diesem Wege soll der Übergang zwischen klassischen Anwendungen und SAP Fiori Apps so sanft wie möglich erfolgen. Eine runde Sache, denn 2015 wurde SAP hierfür mit dem begehrten "Red Dot"-Award in der Kategorie "Design Concept" ausgezeichnet.

Neben dem weiterentwickelten FLP wird ein neues SAP Standard Theme namens "Belize" eingeführt. Dieses löst den bisherigen Standard "SAP Blue Crystal" ab und umfasst alle existierenden SAP Fiori UI Elemente. SAP gelingt es recht gut, die optischen Unterschiede zwischen klassischen Anwendungen und SAP Fiori Apps auf diesem Wege zu verringern. Das Theme kommt sehr aufgeräumt daher und durch den Einsatz einer Vielzahl von modernen Designelementen, wie beispielsweise transparenten Benachrichtigungen, hat der Nutzer nicht mehr den Eindruck, sich in der SAP Welt zu bewegen.

Fazit: Der Paradigmenwechsel muss auf beiden Seiten stattfinden

Der Consumer-Markt bietet bereits eine ordentliche User Experience für Anwender. Diese Ansätze werden nun von SAP in die Businesswelt übertragen. Das "neue" Bewusstsein des Softwareproduzenten sollte idealerweise auch bei dessen Kunden Einzug halten. Viele stehen nämlich gerade vor der Herausforderung, den Veränderungen bei den SAP-Lösungen gerecht zu werden und in der eigenen Organisation nachzuholen.

Bei der Lösung dieser Problemstellung sollte man jedoch einem anderen Ansatz als üblich folgen. Die zentrale Frage sollte lauten: "Was braucht der Anwender?", um diesen Fokus auch selbst vorzuleben, um den Benutzer zu hören und einzubinden. Mit Fiori ist hier begrüßenswerterweise eine wertvolle Diskussion innerhalb der HR-Community angestoßen worden, die als eine Chance für alle Beteiligten betrachtet werden kann.

Dies ist auch nötig, denn der Paradigmenwechsel muss auf beiden Seiten - bei SAP wie auch bei den SAP Anwenderunternehmen - stattfinden, damit die Entwicklung greifen kann.