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SAP-Chef Kagermann rechnet mit deutlichem Zuwachs und Übernahmen

18.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - SAP-Chef Henning Kagermann schließt auch Übernahmen nicht aus, um im kommenden Jahr deutlich stärker zu wachsen als der Markt. Während die Auguren von AMR Research schätzen, dass die weltweiten Einnahmen im Bereich Unternehmenssoftware in den nächsten zwölf Monaten um sieben Prozent zulegen werden (Computerwoche online berichtete), peilt Kagermann für seine Company ein zweistelliges Wachstum an. Gegenwärtig, so der Topmanager in seiner Rede auf der Konferenz von AMR Research in Boston, sei das Durchschnittsvolumen bei Geschäftsabschlüssen zwar um 20 Prozent gesunken. Aufgrund der gestiegenen Auftragszahl werde SAP jedoch ähnlich solide Ergebnisse wie im vorangegangenen dritten Quartal erreichen.

Kagermann bekräftigte die Ansicht, dass der Walldorfer Softwarekonzern in einigen wichtigen Märkten wie Finanzdienstleistungen noch wachsen könne. Um dies zu erreichen, schloss er auch Übernahmen nicht aus. Hauptgrund für Zukäufe sei jedoch nicht das Wachstum; vielmehr könnten potentielle Kandidaten SAP helfen, in einigen vertikalen Märkten stärker Fuß zu fassen. Das wahrscheinlichste Übernahmeszenario sei die Akquisition eines Marktführers in Nischenmärken wie Finanzdienstleistungen, sagte Kagermann.

Die geplante Übernahme von Peoplesoft durch Oracle ängstige ihn nicht, sagte der SAP-Chef. Diese Angelegenheit habe die beiden Unternehmen lange Zeit von den eigentlich wichtigen Themen abgelenkt, was wiederum SAP nutze. "Sollte die Fusion genehmigt werden, würde ich mir eher Sorgen um die Kunden machen, nicht um SAP", so Kagermann.

Der SAP-Chef schätzt, dass es in einigen Jahren nur noch vier bis fünf Anbieter von Unternehmenssoftware geben wird, und die kleineren Player nur noch Nischenlösungen entwickeln. (mb)