Web

 

SAP besteht nicht mehr auf einem Beherrschungsvertrag mit SAP SI

12.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die SAP erwägt offenbar Alternativen zum bisher geplanten Vorgehen bei der Integration ihrer Tochter SAP Systems Integration (SAP SI) AG. Die Vorbereitungen zum Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags und zum Delisting der SAP-SI-Aktien vom Geregelten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse werden "derzeit nicht weiterverfolgt", teilte SAP SI in einer Pflichtveröffentlichung mit. Man denke über andere Möglichkeiten einer engeren Verzahnung beider Unternehmen nach, hieß es sinngemäß weiter. Entscheidungen seien jedoch "kurzfristig nicht zu erwarten." Laut SAP-SI-Finanzvorstand Joachim Müller habe eine rechtliche Prüfung ergeben, dass ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag "ein sehr schwieriges und komplexes Verfahren bedeuten würde". Beide Firmen würden deshalb eine wie auch immer geartete Kooperationsvereinbarung in Betracht ziehen, die dazu beiträgt, die operative Zusammenarbeit zu stärken.

SAP hatte im Frühjahr angekündigt, die in Dresden ansässige IT-Dienstleistungs- und Consulting-Company vollständig übernehmen zu wollen und den SAP-SI-Aktionären ein entsprechendes Kaufangebot unterbreitet. Bisher konnten die Walldorfer ihren Anteil an SAP SI aber nur von 70 auf 91,6 Prozent aufstocken und verfehlten somit die erforderlich Schwelle von 95 Prozent, um die verbleibenden Aktionäre durch ein Squeeze-out-Verfahren auszuzahlen und SAP SI von der Börse zu nehmen. Die aktuelle Quote von 91,6 Prozent hätte allerdings formaljuristisch ausgereicht, um mit SAP SI einen so genannten Beherrschungsvertrag zu unterzeichnen und die Beratungsaktivitäten zusammenzulegen. (gh)