Web

 

SAP baut Stammdatenverwaltung aus

06.10.2004

SAP hat eine neue Version des Stammdatenverwaltungswerkzeugs "Master Data Management" (MDM) vorgestellt. MDM ist eine Komponente der Integrations- und Ablaufumgebung "Netweaver" und eignet sich dazu, Daten von Kunden, Produkten und Lieferanten in heterogenen IT-Umgebungen zu konsolidieren, zu pflegen sowie verschiedenen SAP- und Nicht-SAP-Applikationen zur Verfügung zu stellen. MDM wird unter anderem von Kunden eingesetzt, die mehrere SAP-Instanzen konsolidieren möchten.

Zu den Neuheiten von MDM zählen ein Framework zum Modellieren von Datenobjekten, Funktionen zur globalen Datensynchronisation für die Konsumgüterindustrie und den Handel sowie Web-Services-Schnittstellen für die Stammdatenverwaltung. Die globale Datensynchronisation hilft internationalen Handelskonzernen dabei, Produktinformationen mit Lieferanten elektronisch auszutauschen.

Die Modellierungsfunktionen erlauben es Anwendern, neben den bereits vorhandenen Datenobjekten eigene Objekte gemäß ihren Geschäftsanforderungen zu definieren. SAP behauptet, dieses Feature bisher als einziger Anbieter von Lösungen für das Stammdaten-Management bieten zu können. SAPs Lösung steht im Wettbewerb unter anderem mit IBMs "Websphere Product Center 5.0".

Neben den MDM-Erweiterungen hat SAP auch die Java-Funktionen von Netweaver verbessert. Anwender sollen nun in der Lage sein, Java-Applikationen auch in großem Stil zu betreiben. Hier hatte SAP selbst Mängel eingeräumt. Zu den wichtigsten Eigenschaften gehört SAPs selbstentwickelte "Shared Memory"-Technik. Damit ist es möglich, dass Java-Klassen, Objekte und Programmteile von mehreren Java Virtual Machines gleichzeitig verwendet werden. Dies soll laut Hersteller den Speicherbedarf von Java-Applikationen reduzieren und deren Stabilität erhöhen. Das Konzept sieht zudem vor, einer JVM nur wenige parallele Benutzer zuzuweisen, so dass sich bei einem Ausfall die Anzahl der betroffenen Anwender in Grenzen hält. Des Weiteren hat SAP die Methoden zur Fehlersuche in Java-Programmen erweitert. So ist es Verwaltern möglich, zur Laufzeit Probleme zu beheben, statt sich in einer Testumgebung die Schwierigkeiten aufzuspüren. (fn)