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SAP baut Partnerschaft mit Microsoft erheblich aus

12.05.2004
Netweaver und .NET sollen enger miteinander verzahnt werden, damit Anwender die Software von SAP und Microsofts Office System über Web-Services miteinander integrieren können.

Die SAP AG hat auf ihrer Hausmesse Sapphire in New Orleans einen weiteren Ausbau ihrer langjährigen Partnerschaft mit Microsoft angekündigt. Im Mittelpunkt stehen dabei Web-Services und die Integration der SAP-Infrastruktursoftware "Netweaver" mit Microsofts .NET. Außerdem haben beide Unternehmen die gegenseitige Lizenzierung von Patenten vereinbart, um ihre technische Zusammenarbeit und die Softwareentwicklung zu erleichtern.

Natürlich werden SAP und Microsoft auch weiterhin in einigen Bereichen konkurrieren - die Portfolios beider Anbieter überschneiden sich im Midmarket. Ähnlich wie bei Microsoft und Sun macht aber die Kundschaft Druck, dass die Produkte beider Anbieter gut zusammenspielen. "Wir können und wollen unsere Kunden nicht einsperren", erklärte SAP-Chef Henning Kagermann. Und laut Microsoft-Gründer und Chief Software Architect zielt die Partnerschaft nicht zuletzt gegen IBM, Hauptwettbewerber in Sachen breit angelegter Technologieplattformen: "Alles, was SAP und Microsoft gemeinsam tun, macht unsere Produkte attraktiver."

Netweaver basiert in Teilen auf Java, das von Sun und IBM proklamiert wird. Kagermann wie Gates sagten übereinstimmend, die Anwender forderten auch Interoperabilität von Netweaver mit .NET. Laut Gates ist inzwischen die Möglichkeit, Informationen zwischen Anwendungen auszutauschen, wichtiger als die Wahl der Programmiersprache: "Man könnte sagen: 'Es geht um die Daten, Dummerchen'".

Konkret sind bei der Zusammenarbeit zwischen SAP und Microsoft mittelfristig folgende Schritte geplant:

SAP startet im Sommer den Betatest für ein Software Development Kit (SDK), mit dem Entwickler Microsofts ASP.NET zur Erweiterung und Anpassung von SAP-Lösungen nutzen können. Unter anderem Visual Studio soll eine stabilere und umfangreichere Programmierung für den Einsatz von SAPs "Enterprise Portal" unter Windows möglich werden.

Im August bringt SAP eine neue Version 2.0 seines "SAP .NET Connector" heraus. Diese bietet eine erweiterte Sprachunterstützung für und bessere Integration mit Visual Studio sowie weitere Sicherheitsfunktionen.

SAP tritt dem Visual Studio Industry Partner Program (VSIP) bei.

Die nächste Netweaver-Version soll erweiterte Web-Services-Protokolle direkt unterstützen und damit besser auf Transaktionsebene sicherer und zuverlässiger mit .NET und Produkten wie "Biztalk Server" von Microsoft sowie Third-Party-Anwendungen zusammenspielen.

SAP wird für Netweaver eine "Smart-Client"-Benutzeroberfläche, ein Entwickler-Kit sowie Anwendungsbeispiele bereitstellen. Damit soll die Entwicklung von Smart Clients für den Zugriff auf SAP-Funktionen auf Office und Visual Studio heraus vereinfacht werden.

Die Knowledge-Management-Funktionen von Netweaver sollen mit Microsofts "Exchange" und "Sharepoint Services" integriert werden. Dazu entwickelt Microsoft entsprechende Repository Manager, die Anfang kommenden Jahres verfügbar sein sollen.

Darüber hinaus arbeiten SAP und Microsoft in Sachen Vertrieb und Marketing enger zusammen. Sie richten dazu am SAP-Stammsitz in Walldorf bei Heidelberg ein Collaboration Technology Support Center (CTSC) ein, das mit Mitarbeitern beider Unternehmen bestückt wird. Dort sollen Integrationsszenarien entwickelt und demonstriert werden. Das CTSC soll außerdem die Vertriebs- und Supportmannschaften beider Unternehmen unterstützen. Ebenfalls geplant sind gemeinsame White Papers und Marketing-Aktionen zur Vertriebsunterstützung. (tc)