SAP-Arbeitsmarkt in Sommerlaune

11.05.2005
Von Marc Voland
Nach zwei Jahren Windstille auf dem Arbeitsmarkt stellen Anwender und IT-Dienstleister wieder ein. Gesucht sind vor allem SAP-Spezialisten mit Branchen-Know-how und Prozesswissen.

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  • wie sich der Arbeitsmarkt für SAP-Profis entwickelt

  • wen Arbeitgeber suchen und einstellen

  • mit welchen Qualifikationen Bewerber die besten Chancen haben

Die Headhunter rufen wieder an. Für Rosemarie Clarner, Personalchefin des Saarbrücker Software- und Beratungshauses IDS Scheer AG, ein untrügliches Zeichen: Der Arbeitsmarkt erholt sich. Etwa 200 SAP-Berater stellt der Spezialist für Geschäftsprozess-Management weltweit ein, rund 100 davon in Deutschland. Nicht nur die großen IT-Dienstleister, auch mittelständische Software- und Beratungshäuser wie die Bielefelder Lynx Consulting AG oder die Oldenburger BTC AG rekrutieren in diesem Jahr Mitarbeiter mit SAP-Know-how. Und sie sind bei weitem kein Einzelfall. Über 150 offene Stellen für Feste und Freie offeriert beispielsweise die Personalberatung Apentia im Auftrag verschiedener Unternehmen. "Auch Führungskräfte in fester Position schauen sich mittlerweile nach einer neuen Stelle um, ein Indikator

dafür, dass der Markt in Bewegung kommt", so Michael Allimadi, Mit-Geschäftsführer des Personaldienstleisters.

Noch eindeutiger sind die Zahlen im Stellenmarktportal Jobpilot. Rund 3900 offene Positionen für SAP-Beratung, Einführung und Programmierung hatte die Online-Stellenbörse im ersten Quartal 2005 ausgeschrieben. Das sind 3200 Stellen mehr als in den ersten drei Monaten des Vorjahres.

Gibt man den Begriff "SAP" in die Suchmaske ein, fällt auf: Neben Beratungshäusern suchen vor allem Headhunter und Zeitarbeitsfirmen geeignete Kandidaten. Noch ist die Konjunktur allerdings ein zartes Pflänzchen. "Solange nicht klar ist, wie die weitere wirtschaftliche Entwicklung aussieht", so Christina Mankus, Geschäftsbereichsleiterin IT bei der Zeitarbeitsfirma DIS AG, "wollen die Unternehmen kein Risiko eingehen und setzen Mitarbeiter lieber für befristete Projekte ein". Insgesamt jedoch ist Mankus zuversichtlich, dass die Geschäfte wieder besser werden. Ihren Optimismus teilt sie mit dem Präsidenten des Branchenverbandes Bitkom, Willi Berchtold, der 2005 mit 10000 neuen Arbeitsplätzen rechnet. Zum anderen kommen neue Themen auf die Firmen zu, die handfeste IT-Investitionen notwendig machen: "Die Unternehmen haben drei Jahre lang kaum in neue IT investiert, die Kosten sind jetzt

abgeschrieben. Zudem müssen sie mit neuen Anforderungen wie Basel II rechnen. Wer jetzt zögert, zahlt später drauf", so die Personalexpertin.

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