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Sanyo will verlustreiche Handysparte loswerden

14.08.2007
Von pte pte
Der japanische Elektronikspezialist Sanyo spielt mit dem Gedanken, seine Handyproduktion aufzugeben und an andere namhafte Marktkonkurrenten zu verkaufen.

Zur Realisierung dieses Vorhabens würden unter anderem bereits Gespräche mit den japanischen Elektronik-Herstellern Kyocera und Sharp geführt, heißt es in einem aktuellen Bericht der japanischen Tageszeitung Japan Times. Trotz der diskutierten Verkaufspläne der Handysparte komme für Sanyo aber auch die alternative Möglichkeit einer kooperierten Weiterführung des verlustreichen Firmensegments in Betracht. Die Produktion von Handys macht bei dem 1947 gegründeten Elektronikriesen mittlerweile rund 15 Prozent des 2,3 Milliarden Dollar umfassenden Jahresumsatzes aus. "Betrachtet man den globalen Mobiltelefonmarkt, dann sieht man recht schnell, dass Sanyo ein eher kleiner Player ist, der über kaum nennenswerte Marktanteile verfügt. Insofern kann der Verkauf einer Produktionssparte für das Unternehmen mit dem Ziel der Ausrichtung auf wenige Kompetenzbereiche effizient sein", erläutert der UniCredit-Analyst Roland Pitz im Gespräch mit pressetext.

Hintergrund der aktuellen Pläne, einen Verkauf des Mobiltelefonsegments zu forcieren, sind steigende Preise für Materialien und Komponenten. Mit diesen Marktphänomenen sind hingegen nicht nur Sanyo, sondern auch andere Hersteller konfrontiert. Ausschlaggebend bei Sanyo sind vielmehr die drastisch sinkenden Verkaufszahlen, die das Konzernergebnis zuletzt massiv belasteten. So brach der operative Gewinn des Konzerns im vergangenen Jahresviertel um 72 Prozent ein. Ambitioniert, wenngleich realistisch gestalten sich die aktuellen Verkaufspläne des Unternehmens bei Mobiltelefonen: Nach 12,5 Millionen angestrebten Verkäufen für das laufende Geschäftsjahr werden mittlerweile nur mehr elf Millionen anvisiert.

Ziel des Sparten-Verkaufes ist es, die durchschnittliche Gewinnmarge der Gesamtbilanz aufzupolieren. Sanyo veräußerte bereits seine Finanzsparte Sanyo Electric Credit, sodass das aktuelle Vorhaben von Analysten als weiterer firmenstrategischer Schritt gesehen wird, die Rückkehr in die Gewinnzone zu schaffen. Schließlich will man nach drei Jahren mit teils erheblichen Nettoverlusten möglichst rasch wieder schwarze Zahlen schreiben. "Langfristig gesehen wird es nur große Anbieter am heiß umkämpften Mobiltelefonmarkt geben, der zudem durch kleinere Zulieferer geprägt sein wird", so Pitz abschließend gegenüber pressetext. (pte)