iPhone 12

Samsung und Xiaomi veräppeln Apple wegen Netzteil

19.10.2020
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Samsung und Xiaomi machen sich darüber lustig, dass dem Apple iPhone 12 kein Netzteil mehr beiliegt. Doch der Schuss könnte nach hinten losgehen.

Das neue iPhone 12 (Mini/Pro) liefert Apple ohne Netzteil und Kopfhörer aus - mit Ausnahme von Frankreich, wo zumindest die kabelgebundenen Kopfhörer beiliegen müssen. Apple begründet das Weglassen der Netzteile mit „Umweltschutzgründen“. Wer tatsächlich ein Netzteil zum Aufladen braucht, muss dieses separat kaufen - das Weglassen der Kopfhörer kommt also nicht nur der Umwelt zu Gute, sondern in diesem Fall vor allem der Gewinnmarge von Apple.

Das Netzteil in der Verpackung des Xiaomi Mi10TPro.
Das Netzteil in der Verpackung des Xiaomi Mi10TPro.
Foto: Xiaomi

Für Samsung und Xiaomi ist diese angebliche Umweltschutzmaßnahme von Apple natürlich ein gefundenes Fressen. Beide Unternehmen machen sich wegen der weggelassenen Netzteile über den Konkurrenten mit dem angebissenen Apfel lustig.

Xiaomi twittert: „Macht euch keine Sorgen, wir haben beim Mi 10T Pro nichts weggelassen.“ Zu diesem Text gibt es einen kleinen Videoclip, der die Verkaufsverpackung des hervorragend ausgestatteten Android-Smartphones Mi 10T Pro zeigt, in dem ein Netzteil enthalten ist.

Die karibische Niederlassung von Samsung geht sogar noch einen Schritt weiter. Die Südkoreaner witzeln auf Twitter und Facebook nicht nur darüber, dass sie ihrem Galaxy eine solch grundlegende Sache wie ein Netzteil beilegen. Sondern sie betonen auch dessen Top-Kamera, Akku, Leistung, Speicherplatz und sogar den 120-Hz-Bildschirm. Bei der Bildwiederholfrequenz kann das iPhone 12 nämlich nicht mit dem südkoreanischen Konkurrenten mithalten. Apple hatte auf diese als „Pro-motion-Feature“ bezeichnete hohe Bildwiederholrate von 120 Hz verzichtet, wohl um die Akkulaufzeit des iPhone 12 nicht zu sehr zu belasten.

Allerdings weisen kritische Follower von Xiaomi und Samsung in ihren Kommentaren unter den ironischen Tweets darauf hin, dass vermutlich auch Xiaomi und Samsung bald dem Beispiel von Apple folgen werden und ebenfalls die Netzteile nicht mehr standardmäßig beilegen werden. Und natürlich würden Xiaomi und Samsung das dann "nur" wegen des Umweltschutzes machen und keinesfalls, um die Gewinnmarge ihrer Smartphone-Sparte zu steigern... Insofern scheinen die Frotzeleien der beiden Apple-Konkurrenten schon jetzt etwas nach hinten loszugehen. Apple war in der Vergangenheit schon oft der Wegbereiter für konkurrierende Unternehmen. Das könnte auch bei den Netzteilen der Fall sein. (PC-Welt)