Infinity Flex

Samsung stellt biegsames Smartphone-Display vor



Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Nach zahlreichen Teasern hat Samsung in San Francisco nun sein erstes faltbares Display offiziell vorgestellt. Der Infinity Flex genannte Bildschirm wurde allerdings nur in einer etwas klobigen Verpackung vorgeführt, ein marktreifes Smartphone, möglicherweise Galaxy F genannt, wird frühestens zum Unpacked-Event im Frühjahr 2019 erwartet.

Noch vor Wochen stand angeblich nicht fest, ob das Display vertikal oder horizontal klappbar ist. Nun sorgte Justin Denison, Senior Vice President Mobile Product Marketing bei Samsung Electronics America, in einer kurzen Demo auf der Entwicklerkonferenz SDC 2018 für Klarheit - soweit dies bei gedimmten Licht möglich ist. Der gezeigte Smartphone-Prototyp, den Denison aus seiner Jackentasche zog, wird seitlich aufgeklappt und verwandelt sich damit in eine Art Tablet.

Das Infinity Flex Display von Samsung.
Das Infinity Flex Display von Samsung.
Foto: Samsung

Dank einer Funktion namens Multi Active Window lassen sich darauf dann bis zu drei Apps parallel anzeigen. Im geschlossenen Zustand kann man den außen angebrachten kleinen Touchscreen nutzen. Laut Denison wird Samsung die Massenproduktion des Displays "in wenigen Monaten" starten. Angaben dazu, wann ein erstes Smartphone mit Infinity Flex Display auf den Markt kommen soll, gab es jedoch nicht.

Insgesamt hielt sich der koreanische Hersteller zu den Spezifikationen des gezeigten Smartphone-Prototypen bedeckt. Es gab aber einige Details zu dem Falt-Display: Laut Samsung handelt es sich bei dem aufgeklappten Bildschirm um einen 7,3 Zoll großen Touchscreen, der mit 2152 mal 1536 Pixeln auflöst. Der kleinere 4,58 Zoll-Bildschirm auf der Außenseite besitzt das 21:9-Format und löst mit 1960 mal 840 Pixeln auf. Die Pixeldichte beträgt bei beiden Displays 420 ppi. Bei dem biegsamen Display kommt ein von Samsung selbst entwickeltes Material zum Einsatz. Nähere Details zu dem Material sind bislang nicht bekannt. Samsung teilte lediglich mit, dass sich durch häufiges Auf- und Einklappen keine Risse bilden sollen.

Die verschiedenen Nutzungsmodi des faltbaren Smartphone.
Die verschiedenen Nutzungsmodi des faltbaren Smartphone.
Foto: Samsung Developer Youtube

Außerdem hat Samsung mit OneUI (wieder einmal) eine eigene Oberfläche entwickelt, die nach dem Galaxy S9 und Galaxy Note 9 auch auf das neue Smartphone-Format kommen soll. Schützenhilfe kommt auch vom Android-Hersteller Google: Dieser kündigte auf dem parallel zum Samsung-Event stattfindenden Android Developer Summit an, dass das Betriebssystem künftig den neuen Formfaktor Foldables unterstützen werde. Ziel sei es, die Entwicklung entsprechender Geräte so einfach wie möglich zu machen.

Samsung ist nicht der einzige Smartphone-Hersteller, der den Trend zu größeren Displays mit einem faltbaren Gerät adressieren will. So plant der chinesische Rivale Huawei angeblich ebenfalls den Launch eines Foldable im kommenden Jahr. Auch Lenovo und Xiaomi haben bereits eigene Prototypen angeteasert und LG experimentiert schon länger mit biegsamen OLED-Displays. Die Allerersten sind sie allerdings nicht: Vor kurzem hat der chinesische Hersteller Royole mit seinem FlexPai das erste faltbare Smartphone präsentiert und will es ab Dezember 2018 verkaufen.