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Samsung rüttelt an Intels Flash-Memory-Thron

11.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Ansicht von Marktbeobachtern steht Intel kurz davor, die Führungsposition bei so genannten Flash-Speichern zu verlieren. Flash-Chips sind in der Lage, gespeicherte Daten auch nach Abschalten der Geräte aufzubewahren, und werden daher vor allem in Mobiltelefonen, PDAs und Digitalkameras verbaut. Attackiert wird Intel vom südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung, der sich bereits die Krone im DRAM-Bereich sichern konnte, berichtet das "Wall Street Journal".

Wie die kalifornische Marktforschungsgesellschaft iSuppli herausfand, erwirtschaftete Intel im zweiten Quartal 2003 nur noch 19,2 Prozent der weltweiten Einnahmen im Flash-Speicher-Sektor. Im Schlussquartal 2002 hatte der Marktanteil des kalifornischen Chipherstellers noch 25,5 Prozent betragen. Samsung hingegen konnte seinen Umsatzanteil im gleichen Zeitraum von 16,9 auf 17,1 Prozent erhöhen. iSuppli schätzt nun, dass die Südkoreaner bereits in einem oder zwei Quartalen Intel überholen werden.

Die beiden Unternehmen konkurrieren bislang allerdings nicht direkt miteinander: Intel hat sich auf sogenannte NOR-Flash-Memory ("not or") spezialisiert, während Samsung sich vorwiegend auf NAND-Flash ("not and") konzentriert. NAND-Chips lesen Daten langsamer, können sie aber schneller als NOR-Flash speichern und kosten nur ein Drittel. Laut Schätzungen von iSuppli wird der weltweite Markt für NAND-Flash in diesem Jahr auf 3,53 Milliarden Dollar klettern - mehr als vier mal so viel als im Jahr 2001. Parallel dazu sollen die Verkaufserlöse durch NOR-Chips von 6,8 Milliarden auf 4,76 Milliarden Dollar schrumpfen.

Der Rückgang hängt teilweise mit der Entwicklung und Lage im Handy-Markt zusammen: Während Mobiltelefone lange Zeit die alleinige Domäine der NOR-Speicher waren, wechseln inzwischen viele Hersteller auf die Code-Variante. Grund ist der mit Verarbeitung von Daten, Bilder und Videos inzwischen deutlich höhere Speicherbedarf bei Mobiltelefonen. (mb)