RS/6000-Deal mit Rußland sorgt für Ärger

07.11.1997

NEW YORK (IDG) - Eine Lieferung von 16 IBM-RS/6000-Rechnern an das russische Atomforschungszentrum "Arsamas-16" droht zu politischen Spannungen zwischen der US-Regierung und russischen Behörden zu führen.

Einem Bericht der "New York Times" zufolge hat Rußland Ende vergangenen Jahres unter Mißachtung geltender US-Exportbestimmungen 16 Midrange-Computer des Typs RS/6000 für die Ausländern unzugängliche Atomstadt Arsamas-16 erworben. Das ist der Codename für den russischen Ort Sarow rund 400 Kilometer östlich von Moskau. Die Geräte sollen über Deutschland und die Niederlande an russische Mittelsmänner geliefert worden sein.

Die Bundesanklagekammer der USA hat unterdessen eine Untersuchung des Falles eingeleitet. Wie der Sprecher des US-Außenamtes, James Rubin, mitteilte, hat Washington den russischen Behörden mit einer Verschlechterung der bilateralen Beziehungen und einer Beschränkung von Exporten gedroht, falls Moskau bei der Aufklärung der Angelegenheit nicht kooperiere. Im Gegenzug habe die russische Regierung angedeutet, daß das Parlament das vereinbarte Atomtestverbot möglicherweise nicht ratifizieren könnte.