Rückblende

Rote Karte für Berater

16.07.2004

In einer Umfrage unter 1500 Unternehmen zur Zufriedenheit mit deutschen Unternehmensberatungen kommt das "Handelsblatt" zu bemerkenswerten Ergebnissen. Immerhin 61 Prozent sind demnach mit den Leistungen unzufrieden und wollen künftig möglichst ohne sie auskommen. Jedes dritte Unternehmen verzichtet schon seit Jahren auf Berater. Die häufigste Empfehlung der teuren Helfer ist laut Umfrage die "Konzentration auf die Kernaufgaben" - realisiert wird dieses an sich lobenswerte Ziel meist durch simplen Personalabbau.

Vielen Anbietern fehlt es in der anhaltenden Konjunkturflaute an Aufträgen. Sie lassen sich im Preis drücken, um einen Fuß in die Tür des Kunden zu bekommen. Ist das geschehen, haben die Consultants in 84 Prozent der Fälle versucht, einen Folgeauftrag zu ergattern. Zentrales Argument: Man wolle die Umsetzung der eigenen Vorschläge überwachen.

Berater werden meistens engagiert, um Prozesse zu verbessern oder das Unternehmen bei einer strategischen Neuausrichtung zu unterstützen. Nachgeordnete Gründe sind Hilfestellungen bei der konzernweiten Expansion sowie Krisen-Management. Deutschland beschäftigt nach den USA die meisten Berater weltweit. Der Erfolg hält sich in Grenzen: Dem Wirtschaftsblatt zufolge ist die Umsatzrendite von beratenen Unternehmen nicht besser als die von beratungsresistenten Häusern. Zu Letzteren gehören auch große Konzerne wie Continental oder das Rhön Klinikum. (hv)