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Richterin skeptisch gegenüber Microsoft-Antrag

17.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Colleen Kollar-Kotelly, vorsitzende Richterin im laufenden US-Kartellverfahren gegen Microsoft, sieht offenbar keinen Grund, dem Antrag des Softwareriesen auf Aufhebung des Verfahrens statt zu geben. Zumindest zeigte sie sich von dem Argument der Gates-Company nicht überzeugt, dass die klagenden neun US-Bundesstaaten nach dem Ausstieg des Department of Justice aus dem Prozess keinerlei rechtliche Grundlage mehr für eine Verfahrensfortführung besitzen. Kollar-Kotelly erklärte am gestrigen Donnerstag, dass weder Richter Thomas Jackson in dem ersten Kartellverfahren noch das anschließend hinzugezogene Berufungsgericht Zweifel an der Legitimität der Klage gehabt hätten.

Im vergangenen Jahr hatten sich das US-Justizministerium und neun Bundesstaaten mit Microsoft auf eine außergerichtliche Beilegung des Kartellverfahrens geeinigt. Weitere neun Bundesstaaten, die ebenfalls zur ursprünglichen Klägerschaft gehörten, wollten sich jedoch nicht auf den Kompromiss einlassen, der die Gates-Company in seinen Geschäftspraktiken so gut wie nicht einschränkte. Die noch klagenden Staaten drängen unter anderem darauf, dass Microsoft eine modulare Windows-Version ohne die bislang integrierten Programme "Internet Explorer", "Windows Media Player" und "MSN Messenger" auf den Markt bringen soll. (ka)