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Ricardo.de: Rote Zahlen trotz Umsatzplus

21.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wenn ein Unternehmen seine Jahresbilanz mit "hat starke Marktposition aufgebaut" überschreibt, stecken dahinter meist rote Zahlen. So auch bei Ricardo.de, dem "ewigen Zweiten" im deutschen Online-Auktionsgeschäft. Die Hamburger Company, die mit dem britischen Konkurrenten QXL zur QXLRicardo Plc. verschmelzen soll, wies für das Geschäftsjahr 1999/2000 einen Nettoverlust von 65,4 Millionen Mark aus. Der Fehlbetrag vor Goodwill, Abschreibungen und einmaligen Aufwendungen betrug 36,7 Millionen Mark (Vorjahr: minus 2,7 Millionen Mark). Alle übrigen Eckdaten konnte Ricardo.de in typischer New-Economy-Manier steigern: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr (6,3 Millionen Mark) um 548 Prozent auf 40,8 Millionen Mark, die Zahl der registrierten Benutzer kletterte von 94 000 um 753 Prozent auf knapp 820 000. Den Eigenhandel, bei dem Ricardo.de

selbst als Bieter auftritt, will das Unternehmen künftig stark zurückfahren. Statt dessen setzt man aufgrund des niedrigen Risikos und der höheren Margen verstärkt auf das so genannte Plattformgeschäft, die Vermittlung zwischen Käufer und Verkäufer.