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RIAA verklagt weitere 41 vermeintliche Musikpiraten

04.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die RIAA (Recording Industry Association of America) hat eine dritte Klagewelle gegen Anwender gestartet, die angeblich große Mengen urheberrechtlich geschützter Inhalte über das Internet verbreitet haben. Wie der Dachverband der US-Musikindustrie bekannt gab, wurden in dieser Woche 41 P2P-Nutzer vor den Kadi zitiert. Damit summiert sich die Gesamtzahl der Anzeigen auf 382. Darüber hinaus erhielten 90 Verdächtige von der RIAA einen Warnbrief.

Laut RIAA-President Cary Sherman richten sich die neuen Klagen gegen die Tauschbörsianer, die gewarnt worden waren, aber keinen außergerichtlichen Vergleich mit dem Musikverband angestrebt hätten. Nach Angaben der Organisation haben sich seit Beginn der Aktion bereits 220 Nutzer mit der RIAA geeinigt, mehr als 1000 gaben eine notariell beglaubigte Erklärung ab, dass sie die illegal gesammelten Titel von ihren Festplatten löschen.

Sherman wertete die hohe Anzahl der Einsichtigen als Beweis dafür, dass das scharfe Vorgehen gegen einzelne P2P-Nutzer Erfolg zeigt. Er kündigte an, weiter gegen Raubkopierer vorzugehen, selbst wenn die Medien nicht mehr so stark darüber berichten.

Bei Fehlern wie dem folgenden kann die RIAA jedoch sicher sein, dass das öffentliche Interesse eher zunimmt: Presseberichten zufolge befindet sich unter den Opfern der jüngsten Klagewelle auch der 79-jährige Ernest Brenot aus Ridgefield, Washington. Der Rentner wird beschuldigt, 774 Musiktitel im Internet zum Tausch angeboten zu haben, darunter Songs von Vanilla Ice, U2, Cress, Linkin Park and Guns N' Roses. In einer Notiz teilte Brenot einem US-Bundesrichter nun handschriftlich mit, dass er weder einen Computer besitze, noch bedienen könne. Der Übeltäter sei vielmehr der Schwiegersohn gewesen, der seine Internet-Gebühren vorübergehend gemeinsam mit dem TV-Kabelanschluss der Brentons abrechnen ließ, um Geld zu sparen. (mb)