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Reuters bringt neuen IM-Dienst für die Finanzwelt

14.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der britische Finanzdienstleister Reuters Group Plc. will mit einem neuen Instant-Messaging-Dienst unter anderem gegenüber dem Rivalen Bloomberg verlorenen Boden wieder gutmachen. "Reuters Messaging" wurde gemeinsam mit Microsoft und mehr als 30 Finanzinstituten entwickelt; rund 1100 Unternehmen in 84 Ländern haben den Service bereits abonniert. Unter anderem zeigt das System an, ob ein gewünschter Empfänger online ist. "Das ist kein Me-too-Produkt", behauptet Reuters-Chef Tom Glocer, der als erster Nicht-Journalist und erster Amerikaner das 153 Jahre alte Unternehmen leitet.

Glocer hat dem Unternehmen, das nicht zuletzt unter der Flaute beim Investment-Banking leidet, kürzlich einen rigiden Sparkurs verordnet. Im Juli hatte das Unternehmen erstmals seit seinem Börsengang im Jahr 1984 einen Nettoverlust ausgewiesen. Die Aktie schloss zum Fixing am Freitag bei 190 Pence und hat damit allein in diesem Jahr rund 75 Prozent an Wert verloren (ganz zu schweigen von den 16,17 Pfund, die sie noch im März 2000 wert war). Am Mittwoch meldet Reuters seine Zahlen zum dritten Quartal; Beobachter erwarten einen Umsatzrückgang um die acht Prozent vor allem aufgrund gesunkener Nachfrage beim elektronischen Handelssystem Instinet. (tc)