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Restliche Rambus-Lizenzprozesse gestrichen

07.05.2001
Ein US-Bundesrichter hat die drei Lizenzklagen des Chipdesigners Rambus gegen Infineon, Micron und Hyundai abgewiesen. Die Kalifornier wollen nun in die Berufung gehen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein US-Bundesrichter in Virginia hat die drei noch anhängigen Lizenzklagen des kalifornischen Chipdesigners Rambus Inc. gegen die (DDR-)SDRAM-Produzenten (Double Data Rate Synchronous Dynamic Random Access Memory) Infineon, Micron Technologies sowie Hyundai Eletronics abgewiesen. Damit entgehen Rambus in den kommenden Jahren möglicherweise Lizenzeinnahmen in Milliardenhöhe (Dollar). Dan Niles, Analyst bei Lehman Brothers, erwartet für das Jahr 2004 DRAM-Umsätze von 50 Milliarden Dollar. Rambus, das für jedes mit seiner Technik produzierte Modul 3,5 Prozent Lizenzgebühr einstreicht, würde mithin 1,4 Milliarden Dollar davon erhalten.

Die Company äußerte sich entsprechend enttäuscht und will in die Berufung gehen. Rambus´ Einnahmen stammten in den vergangenen beiden Quartalen zu 77 Prozent aus dem Lizenzgeschäft. Verschiedene Hersteller, darunter Samsung, Hitachi und NEC, hatten sich in der Vergangenheit bereit erklärt, für bestimmte von ihnen produzierte Speicherchips Gebühren an Rambus abzuführen. Analysten gehen davon aus, dass diese Unternehmen ihre Verträge neu aushandeln werden, wenn die jüngste Entscheidung Bestand hat.

Rambus kämpft unterdessen an weiteren Fronten. In mehreren Prozessen, teilweise auch in Europa, geht es um ein rundes Dutzend weitere Patente. Außerdem habe man neue Patente für SDRAM und DDR-SDRAM zugeteilt bekommen, die bisher noch nicht juristisch verwertet und von der aktuellen Entscheidung nicht betroffen seien, erklärte Rambus nach der ärgerlichen Entscheidung aus Virginia. Die Aktie der Company fiel am Freitag um fast 20 Prozent auf 14,60 Dollar.