Relationale Datenbanken und XML

23.10.2002
Von 
Ludger Schmitz ist freiberuflicher IT-Journalist in Kelheim. Er ist spezialisiert auf Open Source und neue Open-Initiativen.

Bei IBM heißt die XML-Zukunft „Xperanto“. Die Projektgruppe verfolgt einen externen Ansatz. Sie arbeitet an einem Middleware-Framework, das eines Tages den DB2-Zusatz Extender ersetzen könnte. In die wahrscheinlich im November dieses Jahres erscheinende Version 8 von DB2 wird es aber noch nicht eingehen. Xperanto basiert auf Xquery und soll es möglich machen, sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Daten zu erfassen und zu bearbeiten. Daten aus relationalen Systemen lassen sich in XML-Ansichten darstellen sowie mit Web-Services und Textsuche verbinden. Die Kernstrategie von IBM besteht darin, es bei heterogenen Datenhaltungssystemen zu belassen, sie aber über die Xperanto-Middleware zu verbinden, um Datenredundanzen zu vermeiden.

Microsoft arbeitet unter dem Titel „Yukon“ an der nächsten Generation des SQL Server 2000. Die Fertigstellung ist grob für 2004 angekündigt, nach einer Betaversion im kommenden Jahr. Künftig soll es unter anderem nicht mehr nötig sein, XML-Daten zunächst zu konvertieren, bevor sie in SQL-Server-basierenden Applikationen Verwendung finden können. Strategisch folgt Microsoft der Oracle-Maxime, dass strukturierte und unstrukturierte Daten in einem einzigen Datenhaltungssystem vereint sein sollten.