Web

 

Regierungs-Websites entwachsen den Kinderschuhen

23.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Internet-Auftritte von Regierungen und öffentlichen Einrichtungen können sich langsam sehen lassen: Sie machen Fortschritte in Sachen Bedienungsfreundlichkeit und Angebot. Zudem werden die Regierungen, die sie betreiben, immer effizienter. Dazu trägt vor allem die verbesserte Kommunikation und Online-Verknüpfung zwischen den einzelnen Verwaltungsbereichen bei. So können vielerorts die einzelnen Regierungsdienste über ein Portal erreicht werden. Das geht aus der inzwischen zum dritten Mal durchgeführten E-Government-Untersuchung des Beratungsunternehmens Accenture hervor.

Die Analysten nahmen in ihrer jüngsten Studie "E-Government Leadership - Realizing the Vision" 23 Regierungen unter die Lupe und verliehen über der Hälfte einen Reifegrad von mindestens "40 Prozent". Im vergangenen Jahr erhielten nur zwei Kandidaten diese Note. Der Reifegrad bestimmt das Ausmaß, zu dem eine Regierung ihren Online-Auftritt realisiert hat. Dabei spielen Kriterien wie Anzahl und Vollständigkeit der angebotenen Services sowie CRM-Gesichtspunkte (Customer Relationship Management) eine Rolle.

Den höchsten Reifegrad mit 60 Prozent erhielt wie im vergangenen Jahr Kanada, gefolgt von Singapur (58 Prozent) und den USA (53 Prozent) auf den Plätzen zwei beziehungsweise drei. Unter den Top-Ten der besten Regierungs-Websites finden sich zudem Australien, Dänemark, Großbritannien, Finnland, Hongkong, Deutschland und Irland.

Deutschland konnte sich dabei vom 15. Platz im vergangenen Jahr auf den neunten mit einem Reifegrad von 42 Prozent verbessern. Das liegt laut Accenture vor allem daran, dass Deutschland bürokratische Abläufe vermehrt über das Internet abwickelt. Von den 79 öffentlichen Services seien inzwischen 72 zumindest teilweise online verfügbar. Im vergangenen Jahr wurden allein zehn neue Online-Dienstleistungen eingeführt. Diese Aktivitäten stehen im Zeichen der deutschen E-Government-Vision "BundOnline 2005", mit der die Bundesregierung bis 2005 eine schnellere, serviceorientiertere und billigere elektronische Verwaltung entwickeln will.

Nachholbedarf besitzen die Deutschen Accenture zufolge allerdings in Sachen CRM. Hier betrage die Note lediglich 16,2 Prozent. Deutschland habe sich zunächst auf die Verfügbarkeit seiner Dienste im Internet und weniger um die Gestaltung derselben nach den Wünschen der Bürger gekümmert. Diesen Schritt gelte es nun anzugehen, so die Analysten.

Die komplette, nach den untersuchten Ländern angeordnete Accenture-Studie kann kostenlos im Internet im PDF-Format (939 KB) heruntergeladen werden. (ka)