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Red Hat ist erstmals (operativ) profitabel

20.06.2001
Red Hat weist für sein erstes Fiskalquartal einen operativen Gewinn von gut 600.000 Dollar aus. Für den Rest des Geschäftsjahres wollte die Company aber keine Prognose wagen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der amerikanische Linux-Distributor Red Hat Inc. hat seine Zahlen zum ersten Quartal des laufenden Fiskaljahres veröffentlicht. Darin weist die Company erstmals seit Bestehen einen operativen Profit von 600.734 Dollar oder Break-even pro Aktie aus und entspricht damit den Erwartungen der Finanzwelt. Vor Jahresfirst meldete Red Hat einen operativen Verlust von 3,73 Millionen Dollar oder zwei Cent je Anteilschein.

Unterm Strich stehen allerdings wie gehabt rote Zahlen: Der aktuelle Nettoquartalsverlust beträgt 27,5 Millionen Dollar oder 16 Cent pro Aktie nach 17,4 Millionen Dollar oder elf Cent je Anteilschein im Berichtszeitraum des Vorjahres. Den Umsatz konnte Red Hat von 21,7 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf 25,6 Millionen Dollar steigern. "In einem zunehmend schwierigen IT-Umfeld haben wir einen Profit abgeliefert und erstmals positiven Cashflow erzielt", freut sich President und CEO (Chief Executive Officer) Matthew Szulik. "Firmen migrieren ihre Plattformen zunehmend auf Red Hat Linux und wählen immer häufiger quelloffene Software für unternehmenskritische Anwendungen."

Für den Rest des Jahres wollte Red Hat allerdings aufgrund der unsicheren Marktsituation keine Prognose wagen. Bargeldreserven von gut 72 Millionen Dollar sollten aber ausreichen, um kurzfristige Engpässe zu überbrücken. Red Hat beschäftigt zurzeit rund 600 Mitarbeiter. Diese Zahl werde sich im laufenden Quartal kaum ändern, so die Company. Als prominente Neukunden konnte man eigenen Angaben zufolge Cisco und Nortel gewinnen. Beide Netzausrüster wollen Linux als Entwicklungsplattform nutzen.