Auf Talentsuche

Recruiting für die digitale Transformation



Constantin Gonzalez arbeitet als Principal Solutions Architect bei Amazon Web Services (AWS) in München. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit verschiedenen Technologien wie CPU- und Systemarchitektur, Storage, Betriebssystemen, High Performance Computing, Webtechnologien, Cloud Computing, Microservices-Architekturen, IoT und maschinellem Lernen.
Unternehmen sehen sich auf dem Weg in die Digitalisierung nicht nur mit technischen Herausforderungen konfrontiert. Wichtig ist auch, die passenden Mitarbeiter zu finden: Der Markt ist angespannt - und das, obwohl die Reise in die digitale Transformation gerade erst begonnen hat.
Unternehmenslenkenker sollten sich fragen wie man das Unternehmen attraktiv für digitale Know-How-Träger macht.
Unternehmenslenkenker sollten sich fragen wie man das Unternehmen attraktiv für digitale Know-How-Träger macht.
Foto: rudall30 - shutterstock.com

Mittlerweile werden Digital Natives nicht nur regional und überregional, sondern sogar weltweit und vor allem branchenübergreifend gesucht. Während diese Spezialisten vor wenigen Jahren vor allem innerhalb der IT- und Internet-Branche ihren Job antraten, sind ihre Dienste heute auch in anderen Bereichen gefragt. Hierzulande gehören dazu vor allem Automobilhersteller und -zulieferer, Finanzdienstleister oder Handelsunternehmen. Sie alle wollen mit besseren Geschäftsmodellen und moderneren Prozessen ihr Geschäft vorantreiben.

Alleinstellungsmerkmal: Kundenorientierung

Um sich neu aufstellen zu können, müssen Unternehmen veraltete Strukturen überwinden und Arbeitsabläufe optimieren. Das führt zu einem Wandel der Unternehmenskultur. So sind künftig Mitarbeiter gefragt, die die Wünsche der Kunden besser verstehen und die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens darauf anpassen.

Während früher der Vertrieb die Kundenwünsche in die Fertigung überführte müssen in Zukunft alle Abteilungen zur Verbesserung von Produkten beitragen. Unternehmen benötigen dafür Mitarbeiter, die aus Unternehmensdaten Mehrwerte schaffen können, den Kunden in den Mittelpunkt stellen und Probleme jenseits technischer Fragen lösen können. Dazu gehört der enge Austausch mit anderen Teams. Es liegt schließlich in der Natur der Digitalisierung, dass Unternehmensbereiche zusammenkommen, die früher wesentlich isolierter voneinander tätig waren.

Das bedeutet, dass die bestehende Arbeitskultur auf den Prüfstand gestellt werden muss, um das technische und organisatorische Umfeld für die Leistungsträger von morgen zu schaffen. Dazu gehören Social Media ebenso wie die IT-Voraussetzungen für Technologietrends wie Machine Learning oder Data Analytics.

Die Unternehmenskultur neu gestalten

All das wirft die Frage auf, wie man sein Unternehmen attraktiv für digitale Know-How-Träger macht. Das beginnt mit der Bereitschaft, wie ein Startup-Unternehmen Experimente zu wagen, setzt die Unterstützung moderner Methoden wie Agile und DevOps voraus und endet mit dem Zugang zu aktuellen IT-Werkzeugen aus Cloud Computing, Big Data und Machine Learning.

Dazu gehören Fortbildungen und die Möglichkeit, für eine Weile in einem anderen Teil des Unternehmens arbeiten zu können, um Silos zu verbinden. Bewährt hat sich auch die Position des Chief Digital Officer (CDO). Er hält die Fäden in der Hand und kann idealerweise den Wandel von der höchsten Ebene aus durchsetzen.

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Damit kann eine neue Unternehmenskultur Einzug halten, in der Führungskräfte auf ihre Rolle in der digitalisierten Wirtschaft vorbereitet werden. Je wohler sich solche Mitarbeiter fühlen, desto mehr Engagement bringen sie mit ein. Wenn außerdem die Herausforderungen nach einer interessanten Arbeit klingen und die richtigen Tools zur Verfügung gestellt werden, dürfte es für Unternehmen kein Problem sein, junge Talente für die Digitalisierung zu finden.

 

armin.iskander@i-b-partner.com

In Zeiten der Digitalisierung müssen Unternehmen in der Tat umdenken und Bewerbern wie Mitarbeitern anders gegenübertreten als bisher. "Mitarbeiterführung 4.0" entwickelt sich meiner Meinung nach vor allem dahin, dass ein Chef sehr viel mehr Nähe zu seinen Mitarbeitern aufbaut und darauf Wert legt, dass man voneinander lernt und profitiert.

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