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Rechnungshof hält Telekom-Immobilien noch immer für überbewertet

20.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Bundesrechnungshof sieht die Immobilien der Deutschen Telekom in den Bilanzen noch immer zu hoch bewertet. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" teilte die Behörde dem Haushaltsausschuss in einem geheimen Schreiben folgendes mit: Der Bonner Konzern habe zwar nach Aufforderung die Grundstücke in den Bilanzen um fast 2,5 Milliarden Euro abgewertet (Computerwoche online berichtete), die Gebäude stünden aber noch mit ihrem Wert von 1995 in den Büchern. Das Resultat sei eine vollkommen falsche Vermögensbewertung der Telekom.

Mit seiner Kritik rollte der Bundesrechnungshof die fast schon vergessene Immobilienaffäre wieder neu auf: Aktionäre werfen dem ehemaligen Staatskonzern vor, er habe das Immobilienvermögen mit 19 Milliarden Euro falsch in seinen Bilanzen ausgewiesen. Die Anleger seien daher in den drei Börsengängen 1996, 1999 und 2000 nicht korrekt über das Kapital informiert worden.

Der Rechnungshof forderte Finanzminister Hand Eichel in dem Schreiben auf, über seinen Staatssekretär Heribert Zitzelsberger auf eine erneute Korrektur der Immobilienbewertung zu drängen. Zitzelsberger sitzt als Vertreter der Bundesregierung im Telekom-Aufsichtsrat.

Wie die "Financial Times Deutschland" weiter meldet, hat ein Sprecher der Telekom diese Anschuldigung zurückgewiesen. So seien Wirtschaftsprüfer im vergangenen Jahr zu dem Schluss gekommen, dass bei den Gebäuden kein Abwertungsbedarf bestehe. Diese Einschätzung bleibe gültig. (mb)