Ratgeber RoI

Rechnet sich Server-Virtualisierung?

Ariane Rüdiger ist freie Autorin und lebt in München.

In der Regel sind neue Server nötig

Im nächsten Schritt müssen Projektverantwortliche auch eine Entscheidung über die benötigte Server-Hardware treffen. Nur gelegentlich dürften dabei bereits vorhandene Server als Plattform taugen – meist ist eine Neuinvestition fällig. Denn schließlich leisten Server neueren Datums durch Multicore- und Multiprozessor-Architekturen mehr, ohne im Betrieb auch erheblich mehr zu kosten. Dazu kommen die schon erwähnten Einsparungen bezüglich Platz und Kühlung. Neue x86-2-Sockel Server für virtualisierte Umgebungen kosten etwa ab 3000 Euro; Server, die auch für Datenbankanwendungen tauglich sind, natürlich erheblich mehr. „Je mehr Sockets, desto mehr VMs auf der Hardware“, erklärt IDC-Experte Nebuloni dazu.

Zu virtualisierten Servern gehört eine Shared-Storage-Umgebung auf Fibre-Channel- oder NAS-Basis, sofern diese nicht schon vorhanden ist. In mittelständischen Firmen wird man aus Preisgründen eher auf iSCSI zurückgreifen. Direkt an den Server angebundene Speicher haben in virtualisierten Umgebungen eigentlich nichts mehr zu suchen. Dazu kommt gegebenenfalls die nötige Kommunikationstechnik. Bei den Speichern werden mögliche Einsparungen durch gemeinsame Nutzung oft wegen des Datenwachstums schnell wieder aufgezehrt. Deshalb sind hier mögliche Einsparungen auch schwerer kalkulierbar.

Als nächstes gilt es, die Softwarekosten neu zu berechnen, und zwar für Virtualisierungs-Software und Anwendungen. Zwar kommen viele Hypervisoren mit Grundfunktionalität heute kostenlos, doch alles, was darüber hinaus geht, muss bezahlt werden. Die Kosten für Anwendungen in virtualisierten Umgebungen richtig zu berechnen, ist schwierig. Denn nahezu jeder Anbieter hat eigene Modelle der Lizenzkalkulation. Hier hilft nur genaues Recherchieren und Rechnen, will man unangenehme Überraschungen vermeiden.