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Real Networks weitet Verluste aus

23.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Real Networks hat im dritten Quartal einen Nettoverlust von 35,4 Millionen Dollar oder 22 Cent pro Aktie verbucht. Der Anbieter von Streaming-Software und -Services verschlechterte sich damit noch gegenüber dem Minus von 19,4 Millionen Dollar oder zwölf Cent je Anteil im gleichen Vorjahresquartal. Das aktuelle Ergebnis belasteten Sonderaufwendungen in Höhe von 30,8 Millionen Dollar, bedingt durch Restrukturierungs- und Abfindungskosten sowie diverse Abschreibungen. Mit einem bereinigten operativen Verlust von 4,3 Millionen Dollar oder zwei Cent pro Aktie gelang es dem Unternehmen aus Seattle, Texas jedoch, die Erwartungen der Analysten im Schnitt zu erfüllen.

Die Einnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 200.000 Dollar auf 45,4 Millionen Dollar. Dabei verbuchte Real Networks im Bereich Softwarelizenzen einen Umsatzrückgang von 26,8 Millionen auf 15,6 Millionen Dollar. Das Geschäft mit gebührenpflichtigen Online-Services legte dagegen um 76 Prozent von 16 Millionen auf 28,2 Millionen Dollar zu. Gegenüber dem vorangegangenen zweiten Quartal verbuchte die Company in der Sparte immerhin einen Zuwachs von 13 Prozent.

Real-Networks-CEO Rob Glaser rechnet für das laufende vierte Quartal mit einem ähnlichen hohen Verlust. Er befürchtet allerdings, dass die Einnahmen noch weiter sinken könnten. Grund für den Pessimismus ist die Tatsache, dass der Hauptkonkurrent Microsoft seine Streaming-Software als Teil des Betriebssystems Windows 2000 vertreibt, Real Networks verkauft das System und erhebt zusätzlich eine Gebühr pro Audio- oder Videostream. (mb)