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Real Networks hält Kurs Richtung Turnaround

27.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Real Networks hat im Schlussquartal 2004 erneut einen Verlust verbucht. Dank Einnahmen in Rekordhöhe gelang es dem Streaming-Media-Experten allerdings, den Fehlbetrag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 5,33 Millionen auf 972.000 Dollar oder einen Cent pro Aktie zu reduzieren. Ohne die im Zuge eines Rechtsstreits mit Microsoft angefallenen Kosten hätte das Unternehmen aus Seattle, Washington, nach eigenen Angaben sogar einen Gewinn von zwei Millionen Dollar oder einem Cent je Anteil erzielt. Real Networks hatte den Softwareriesen Ende 2003 verklagt, da sich das Unternehmen durch die Kopplung des "Windows Media Player" mit dem Windows-Betriebssystem benachteiligt sah.

Der Umsatz von Real Networks stieg im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 72,5 Millionen Dollar und lag damit über den eigenen Prognosen sowie über den Analystenerwartungen. "Wir freuen uns über ein weiteres Quartal mit Rekordeinnahmen, angetrieben durch das starke Wachstum im Consumer-Segment ", erklärte Firmenchef Rob Glaser in einer Stellungnahme.

Die mit Streaming-Produkten für Business-Kunden groß gewordene Company steckt mitten in einem Prozess der Neuorientierung: Während die Erlöse in dem ehemaligen Kerngeschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 11,8 Millionen Dollar zurückgingen, wuchs das PC-Software und Dienste für Konsumenten umfassende Segment um 47 Prozent und steuerte 60,8 Millionen Dollar zum Gesamtumsatz bei. Das Geschäft mit Musik legte nach Firmenangaben von 7,9 Millionen auf 21,4 Millionen Dollar zu. So zählt Real Networks inzwischen über 700.000 Abonnenten für den Online-Musikdienst "Rhapsody" und für die Radioprogramme, ein Jahr zuvor waren es nur knapp die Hälfte. Auch die Erlöse mit Online-Games (RealArcade) kletterten deutlich von 3,9 Millionen auf 10,1 Millionen Dollar. Die Einnahmen mit Videos und Consumer-Software gingen dagegen leicht auf 29,1 Millionen Dollar zurück.

Im Gesamtjahr 2004 stieg der Umsatz von Real Networks um 32 Prozent auf 266,7 Millionen Dollar. Der Nettoverlust erhöhte sich gleichzeitig von 21,5 Millionen auf 23 Millionen Dollar oder 14 Cent pro Aktie. Knapp die Hälfte des Fehlbetrags kam laut Firmenangaben durch Aufwändungen im Zusammenhang mit dem Rechtsstreit mit Microsoft zustande.

Im laufenden Jahr rechnet CEO Glaser damit, dass die Einnahmen um 16 bis 20 Prozent steigern. Abzüglich der weiterhin anfallenden Prozesskosten hofft das Unternehmen, auf Quartals- und Jahresbasis einen Gewinn zu schreiben. (mb)