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Rambus zerrt Konkurrenten vor den Kadi

06.05.2004

Der kalifornische Chipdesigner Rambus hat beim Superior Court für den Bundesstaat Kalifornien in San Francisco eine Kartellklage gegen Micron Technology, Infineon und Siemens sowie Hynix eingereicht. Die Konkurrenten sollen sich verschworen haben, um die Verbreitung von Rambus' Speicherchiptechnik zu verhindern. Rambus fordert mehr als eine Milliarde Dollar Schadenersatz (die es nach US-Recht auch noch verdreifachen will) sowie weitere Geldstrafen.

Rambus beruft sich dabei auf Dokumente aus einem früheren Verfahren, in denen die Beklagten ihre Unzufriedenheit mit der Intels - später revidierter - Entscheidung für RDRAM (Rambus Dynamic Random Access Memory) als künftige Speicherarchitektur für PC zum Ausdruck brachten. Sowohl Micron als auch Infineon haben die Vorwürfe bereits vehement zurückgewiesen. Die Technik von Rambus sei aufgrund ihres Preises, technischer Probleme und konkurrierender Produkte gescheitert und nicht wegen einer Konspiration. "Die Vorwürfe, die Rambus hier erhoben hat, sind alte Geschichten und haltlos", erklärte Infineon-Sprecher Christoph Liedtke. Es sei "bedauerlich, das Rambus versucht, den Misserfolg seiner RDRAM-Technik auf andere zu schieben", ergänzte Micron-Sprecher Dave Parker.

Rambus liegt schon seit längerem mit Infineon, Micron und Hynix im Clinch. Nachdem seine eigene Speichertechnik am Markt floppte, verklagte Rambus die Wettbewerber wegen angeblicher Patentverstöße in ihren Produkten. Die Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission (FTC) entschied dazu, Rambus habe seine Patente verschwiegen, als ein Standardisierungsgremium Anfang der 90er Jahre den neue Speicherchipstandard SDRAM definierte. Ein Verwaltungsrichter der FTC ließ dieses Verfahren wiederum im Februar dieses Jahres fallen, die Behörde hat dagegen Berufung eingelegt. Daneben laufen noch eine Reihe kleinerer Verfahren. (tc)