Web

 

RAM-Preise könnten wieder anziehen

06.04.2004

Marketing-Manöver großer PC-Anbieter haben zu einer Verknappung und Verteuerung gebräuchlicher Speicher des Typs Double-Data Rate (DDR) Dynamic Random Access Memory (DRAM) geführt. Unter anderen bieten Hewlett-Packard und Dell kostenlos eine größere Speicherausstattung an, um die im Frühjahr übliche Kaufzurückhaltung bei PCs zu brechen. Zuvor schon haben die Hersteller solcher Chips ihre Produktion auf lukrativere Bauteile wie Flash Memory umgestellt. Beide Faktoren haben an den Spot-Märkten für kurzfristige Nachfrage zu einer Verknappung dieser Chips geführt, die das Herzstück der Arbeitsspeicher bilden.

Die Situation eskalierte am ersten April-Wochenende. "Die Leute sind in Panik", zitiert das "Wall Street Journal" einen Analysten von Goldman Sachs. Innerhalb dreier Tage stieg der Preis für 333 Megahertz schnelle 256-Megabit-DDR-DRAM-Chips von 5,67 auf 6,25 Dollar. Die auf 400 Megahertz getaktete Variante dieses Chips verteuerte sich von 5,68 auf 6,26 Dol-lar. Am heutigen Dienstag haben die Preise noch einmal um mehr als drei Prozent angezogen. Für die Anbieter - das sind außer den Herstellern auch spekulierende Zwischenhändler - ist die Preisexplosion ein Geldregen. Die Herstellung von Speichern dieses Typs kostet etwa 3,50 Dollar. Und gewöhnlich ist der April wegen der schlechten PC-Nachfrage ein Monat, in dem der RAM-Preis oft kaum die Produktionskosten deckt. (ls)