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Quantum verschlankt Konzernstruktur

26.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der kalifornische Storage-Spezialist Quantum hat eine umfangreiche Umstrukturierung des Unternehmens angekündigt: Um die Verwaltung zu verschlanken, will die Company die vor zirka zwei Jahren geschaffene Storage Solutions Group (SSG) mit Sitz in Irvine, Kalifornien, mit der im US-Bundesstaat Colorado ansässigen Abteilung DLTape Group (DLTG) zu einer Sparte verschmelzen. Dieser werden künftig die drei Geschäftsbereiche Storage Devices, Media und Storage Systems untergeordnet. Gleichzeitig plant der Anbieter, die beiden Vertriebsteams zu kombinieren. Im Zuge der Maßnahmen übernimmt DLTG-President John Gannon den Posten des Chief Operating Officer (COO) und President von Quantum. Larry Orecklin wird mit dem Wegfall seiner Position als SSG-President das Unternehmen verlassen. Mit ihm verlieren zirka 110 weitere Mitarbeiter von Quantum ihren Job.

Die Umstrukturierung ermögliche es Quantum, Doppelbesetzungen zu vermeiden und das Geschäft mit Kunden, Lieferanten und anderen Partnern zu vereinfachen, teilte das Unternehmen mit. So könnten Anwender nun die gesamte Produkt- und Lösungspalette bei einem einzigen Verkaufsteam beziehen. Gleichzeitig erlaube die Reorganisation Quantum, die Kosten weiter zu senken und Wachstumschancen besser zu nutzen, so der Firmenchef Rick Belluzzo. Die Gesamtkosten der Reorganisation und bereits früher bekannt gegebener Umstrukturierungen belaufen sich laut Quantum auf zehn bis 15 Millionen Dollar, die in den nächsten Quartalen verbucht werden.

Belluzzo hatte bereits Ende Oktober angedeutet, dass sein Unternehmen eine bessere Verknüpfung der beiden Bereiche Disk- und Tape-Libraries sowie Band-Laufwerke und -Cartridges plane. Eine Woche zuvor hatte die Company für das abgelaufene zweite Geschäftsquartal (Ende: 30. September) einen Pro-forma-Verlust von sechs Millionen Dollar gemeldet. Die Einnahmen sanken gegenüber dem vorangegangenen Dreimonatszeitraum um drei Prozent auf 195 Millionen Dollar. Als Grund für die enttäuschenden Zahlen nannte der ehemalige Microsoft-Manager - wie bereits im ersten Fiskalquartal - den Preiskrieg im Markt für Bandspeicher. (mb)